Der 25. April ist heuer der Tag des Mostes. Grund genug, dem wertvollen Naturprodukt und natürlich den Produzenten unsere Hochachtung zu erweisen.

Auf ein Gläschen beim Mostheurigen müssen wir noch etwas warten. Noch gilt: Abholen, oder gemütlich online bestellen und zu Hause genießen. ©Mostviertel/Schwarz-Koenig

Most ist bodenständig. Tief mit dem Land und den Menschen verwurzelt, ein bäuerliches Ursprungsgetränk, das meist noch durch Spontangärung entsteht. Apfel-, Birnen- oder Mischmost tranken Männer, Frauen und Kinder (natürlich in verdünnter Form) früher einmal zu  “jeder” Mahlzeiten. Es war das gepresste und mehr oder weniger vergorene Obst der Streuobstwiesen. Durch die unterschiedliche Reifezeit der einzelnen Sorten konnten Landwirte den ganzen Herbst, bis Dezember, immer wieder Obst pressen und zu Most vergären.

Wohlstand durch Most

Im 19. Jahrhundert war Most für viele Bauernhöfe die Haupteinnahmequelle, das Mostgeld die Bezahlung für die Dienstboten. Viele der schönen Vierkanthöfe sind das Ergebnis guter Mostjahre. Noch heute heißt es „die Vierkanthöfe hat der Most gebaut“. Der vielfach saure Most von anno dazumal ist aber passé, das bäuerliche Urgetränk hat sich ganz schön gemausert und wurde sogar zu Cidre. Das liegt vor allem auch an einer enormen qualitativen Weiterentwicklung durch unsere heimischen Mostexperten und Mostbarone aus den Mostgenussregionen. So werden beispielsweise vom Zeillerner Mostg′wölb in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Weinbau in Eisenstadt Hefeversuche mit birneneigenen Hefen gemacht um mehr Sortentypizität zu erreichen und dem Traditionsgetränk Birnenmost noch mehr Einzigartigkeit zu verleihen. Seit der Obstweinverordnung von 2014 gibt es zudem klare Richtlinie für die Herstellung von Most. Der kleine Bruder des Weines punktet geschmackvoll mit einem Alkoholgehalt von nur 5-8 Volumenprozent und ist damit leichter als Bier oder Wein. In der Herstellung ist er dabei genauso anspruchsvoll.

Most ist nicht gleich Most

“Der Most, der gärend sich vom Schaum geläutert, er wird zum Trank, der Geist und sinnerheitert.” 

Goethe

Das Wort „Most“ geht zurück auf die Zeit der Römer, leitet sich vom lateinischen Wort „mustum“ ab, was so viel bedeutet wie „junger Wein“. Er entsteht durch das Vergären von Fruchtsaft. Übliche Früchte sind Apfel (Apfelmost) und Birnen (Birnenmost), aber auch Trauben. Der Traubenmost wird allerdings noch nicht vergoren getrunken. Im Kontext der Önologie ist er als Vorstufe des eigentlichen Weines zu verstehen, bildet also die Grundlage für die Wein- und Sekterzeugung. Auch den Süßmost von Äpfeln und Birnen, der frisch aus der Presse kommt, genießt man sofort, naturrein und natürlich noch ganz ohne Alkohol. Sein Geschmack reicht von süß bis herb, abhängig von den verarbeiteten Obstsorten und dem Reifegrad.

Reinsortig oder Cuvée

Aus den unterschiedlichen Apfelsorten entsteht der Apfelmost. Den vergorenen Apfelsaft trinkt man reinsortig oder als Cuvée aus unterschiedlichen Apfelsorten. Das Gleiche gilt für den Birnenmost, den man allerdings innerhalb eines Jahres trinken sollte.

Bei den Mischlingsmosten wird, wie der Name es schon verrät, der vergorene Saft aus Äpfeln und Birnen kombiniert. Getrunken wird dieser Most übers Jahr bis hin zur nächsten Ernte. Und dann gibt es noch die Getränke, die durch die Weiterverarbeitung von Most entstehen. So wird der Birnen-und Apfelmost durch eine zweite Gärung in der Flasche zu Sekt. Für den Birnen oder Apfelcider wird der Birnen-/Apfelmost mit Birnen-/Apfelsaft gesüßt und mit Kohlensäure zum Prickeln gebracht. Dabei muss er bei einer Temperatur von 20 Grad 2,5 bar Druck aufweisen. Unter einem Frizzante versteht man einen fertigen Most, der mit CO2 versetzt wird.

Gesunder Most oder was die Bauern schon immer gewusst haben

Was die Bauern schon damals wussten, nämlich das Most gesund ist und die Leistungsfähigkeit steigert, ist heute durch ernährungswissenschaftliche Studien belegt: Der leichte, spritzige Most ist ein wahres Wellnessgetränk reich an Vitamin C, Kalium, Kalzium und Magnesium. Er fördert die Verdauung, senkt die Cholesterinwerte, vermindert die Verkalkung der Blutgefäße und soll krebserregende Stoffe abbauen. Trotzdem sollte man es mit dem Most nicht übertreiben. Er ist nämlich auch sehr verdauungsfördernd.

Wir mögen ihn

Das liegt auch daran, dass er ein so guter und abwechslungsreicher Begleiter ist. Kräftige und resche Moste trinken wir zu deftigen Speisen, zum Schweinsbraten und zur Brettljause. Für leichtere Speisen greifen wir zu einem leichteren Most und würzigere Gerichte oder Käse harmonieren besonders gut mit Mosten, die noch eine gewisse Restsüße und Säure ausweisen. Nicht nur im Glas, sondern auch am Teller macht sich der Most gut. Und wer schon einmal Apfelknödel mit Mostsoße gegessen hat, der weiß, was ich meine.

Noch mehr Wissen über Most und seine Produzenten gefällig? Lesen Sie auch Auf den Most, genießen Sie Most zum Hören oder Most-Cupcakes.