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Warum Sie eher zum Wagyu-oder Hafer-Burger greifen sollten, als zum Beyond Meat-Laberl. Die gehypten US-Imitate sind nämlich mitnichten gesund.

Der beliebte Beyond Meat Burger aus Erbsenprotein erhielt nur die Note “genügend” im Ökotest. ©Unsplash

Haben Sie auch gedacht, der Umwelt und sich etwas Gutes zu tun, als sie im letzten Sommer mal ein veganes Burgerlaberl auf den Grill geschmissen haben? Wie so viele übrigens. Dann müssen wir sie jetzt enttäuschen. Denn damit haben sie sich Mineralöle und gentechnisch veränderte Zutaten einverleibt. Ja, auch im so megagehypten Pattie von Beyond Meat findet sich das alles. Doch von vorn: Was bitte hat Erdöl in einem Nahrungsmittel zu suchen? Nichts? Richtig. Dennoch kommt es zu Kontaminationen, wenn nicht sauber gearbeitet wird. Das beginnt bei Schmier- und Hydraulikölen der Erntemaschinen und hört bei recycelten Verpackungen auf, die Mineralöle aus Druckfarben enthalten können. “Stark erhöhten Mineralölgehalt”, den der Ökotest jetzt in der Mehrzahl der untersuchten Produkte gefunden hat, sind allerdings starker Tobak. Da hilft es auch nichts mehr, wie Fleisch zu schmecken und auszusehen. Das Urteil ist verheerend. Bei Beyond Meat reicht es gerade für “ausreichend” – Schulnote vier also. Mit rein spielte da allerdings auch der geschmacksverstärkende Hefeextrakt. Dass das Laibchen in den USA produziert, tiefgefroren nach Europa geschifft, hier aufgetaut und im Kühlregal angeboten wird macht es zudem nicht gerade nachhaltig.

In fünf von acht steckt zu viel Erdöl

Schaut es bei anderen Herstellern besser aus? Nein. Fünf der acht untersuchten und in Österreich erhältlichen Produkte haben ebenfalls einen „stark erhöhten“ Mineralölgehalt.

Was die Erdölrückstände eigentlich im menschlichen Körper machen? „Man hat festgestellt, dass sich diese Stoffe im Fettgewebe, in der Leber und der Milz ablagern und anreichern können.”

Das sagt die Testleiterin Birgit Hinsch dazu. Die Auswirkungen dieser Mineralölanreicherung im menschlichen Körper sind noch völlig unbekannt. Gesamt untersuchte „Ökotest“ 17 verschiedene vegane Burgerpatties. Und zwar auf Aussehen, Geschmack, Konsistenz und Inhaltsstoffe. Die Produkte wurden in zwei Kategorien geteilt. Einerseits Veggie-Laibchen auf Hülsenfrüchte- oder Seitan-Basis (Anm. Weizen), andererseits Burgerlaberl, die explizit fleischähnlich konzipiert sind. „Das sind Produkte, die hochverarbeitet sind und dadurch dem Fleischgeschmack, der Konsistenz und dem Mundgefühl sehr ähnlich kommen”, so Hinsch. Beide unterscheiden sich gravierend. Die hochverarbeiteten Fleischimitate können mit den simplen Veggie-Laberln nämlich in keinem Punkt mithalten. Sieht man einmal davon ab, dass zwei tatsächlich wie Faschiertes schmecken: der „Garden Gourmet Incredible Burger“ und der schon erwähnte „Beyond Burger“.

Jackfruit und Cashew haben die Nase vorn

Keines der getesteten Fleischimitate kam entsprechend über ein “Befriedigend” hinaus. Der Lidl-Eigenmarke Burger „Next Level“ fiel wegen bedenklicher Inhaltsstoffen und nur „leicht fleischähnlichem“ Geschmack im Test überhaupt gleich durch. Sieger gibt es aber natürlich auch: Den „Green Jackfruit Burger“ von Lotao und den „Burger Cashew-Black Bean“ von Soto. Die schmecken zwar  nicht wie Fleisch und haben auch keine ähnliche Konsistenz, überzeugten die Sensorik-Tester aber dennoch und erhielten ein „sehr gut“. Beide sind Bio und auch preislich mit zwei Euro bzw. 1,50 Euro im Mittelfeld. Mit Kilopreisen zwischen zwanzig und dreißig Euro liegen die veganen Laberl allerdings generell nicht auf der günstigen Seite.

Wie kommt das Mineralöl in ein Lebensmittel?

Kontaminiert mit Erdölrückständen können Lebensmittel im gesamten Produktionsprozess werden:

  • Ernte: Abgase von Erntemaschinen oder Schmier- und Hydrauliköle, die als Maschinenöle eingesetzt werden, können die Ernte verunreinigen.
  • Transport und der Lagerung Über Jute- und Sisalsäcke, deren Fasern mit Batching-Ölen bearbeitet wurden, kann die Ernte verunreinigt werden.
  • Produktion und Verarbeitung Hier sind es die in den Fabriken verwendeten Maschinen, durch die Schmierstoffe in Lebensmittel kommen.
  • Verpackung In Verpackungen aus Recyclingkartons und -Papier können Mineralöle aus den Druckfarben enthalten sein. Deshalb findet sich oft eine Sperrschicht – meist aus Plastikfolie – zwischen Lebensmittel und Karton.

Verkauft werden die meisten  übrigens in Zweier-Packungen. Womit auch die Müllfrage beantwortet wäre. Ja, es fällt auch viel Müll an. Fazit: Geschmack und die Konsistenz von Faschiertem können nur durch viel Technologie mit pflanzlichen Zutaten nachgeahmt werden. Was sich dann noch so alles Ungeahntes drin findet, macht die Sache nicht besser. Bleibt die Frage, ob es nicht doch sinnvoller ist, ab und an einen Burger selbst du machen, aus reinem Rindfleisch von Tieren, die artgerecht gehalten werden. Wir meinen: Ja! Ganz vorn auf der Weihnachts-Wunschliste: Die Wagyu-Burger der Bergers aus dem Pinzgau. Das Fleisch „zergeht“ förmlich im Mund und hinterlässt einen nussigen Geschmack. Das einzelne echte Fleischlaberl kommt auf 4,50 Euro pro Stück. Erdöl ist darin garantiert keines enthalten. Und auch keine Geschmacksverstärker. Der Geschmack ergibt sich nämlich ganz natürlich, je nachdem, welches gerade die Lieblingskräuter der Tiere sind. Sie leben vegan und suchen nach einer Alternative? Hafer könnte zum neuen Fleisch werden. In Finnland ist ein veganer Fleischersatz aus Hafer aus nur fünf Zutaten bereits der Renner.

Wir wollen wissen, wo es herkommt!

Wagyu Burger Berger Wagyu GmbH € 22,50
Rindsfaschiertes Biobetrieb Ranftl € 12,90
BIO Lammfaschiertes vom Milchlamm des Krainer Steinschafes
Faschiertes vom Angus Rind Bio-Hof-Mayer € 6,-