Mittsommer, Sommersonnenwende oder von Shakespeare Sommernachtstraum genannt, ist ein Tag der Rituale und der besonderen Kräuterkraft.

Kräuterbüschel auf Holzwand, Mörtel mit getrockneten Pflanzen

Zur Sommersonnenwende wird aus neue Kräutern ein Kranz geflochten. ©Panthermedia

Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Bereits seit Jahrtausenden feiern Menschen diesen besonderen Tag mit Ritualen, heuer war es Samstag der 20. Juni. Er bedeutet den Sommeranfang, aber auch die Fruchtbarkeit und die starke Kraft der blühenden Natur. Das Sonnwendfest ist ein Fest der Ernte und Freude, auch das Fest der Reinigung und Heilung. Zahlreiche spirituelle Traditionen sind damit verbunden, das Sonnwendfeuer ist auch heute eines der Bekanntesten. 

Auf den Bergen werden Sonnwendfeuer entfacht und heilbringende Kräuter gesammelt. Die Zahl neun steht dabei im Mittelpunkt. Die Kräuterbüsche oder Kränze müssen immer aus neun (in manchen Bräuchen sieben) verschiedenen Kräutern bestehen. Dabei sind immer Johanniskraut, Mädesüß, Frauenmantel, Beifuß, Schafgarbe, Steinklee und Eisenkraut. Die Zahl neun ist wichtig, da sie mit ihrer höchsten Schwingung und Vollkommenheit, als heilig galt. 

Mit dem Sonnwendfeuer wurden auch böse Geister und Unholde vertrieben, die dem Haus, Hof und Vieh schaden könnten. Mit den Pflanzenräucherungen bittet man um eine gute Ernte und Schutz vor Hagel, Nässe und Trockenheit. 

Gleichzeitig ist Mittsommer aber auch der Tag an dem die Nächte wieder länger werden und die Dunkelheit Oberhand gewinnt – das dauert aber Gott sei Dank noch ein wenig. Sommersonnenwende ist Teil des natürlichen Lebenszyklus, da alles auf Erden einem konstanten Wandel unterliegt und vergänglich ist.  

Sonnwendfeuer – klein aber trotzdem fein

Heuer war der 20.06.2020 ein mehr als verregneter Tag. Daher verlegte ich das Sonnwendfeuer auf den Küchentisch, suchte neun verschiedene kleine Hölzer und zündete diese in einer Feuerschale an. Wir schleppen sehr viel “Müll” mit uns herum und es ist eine willkommene Erleichterung, wenn wir Ängste, Schmerzen oder negative Belastungen dem Feuer übergeben können. Es ist die Zeit zu überlegen, was man loslassen möchte. Daher saßen wir um unser „Mini-Sonnwendfeuer“ und überließen alle unsere negativen Gedanken und Ängste dem Feuer. Das Feuer nahm alles Ungute mit sich und ließ uns glücklich zurück mit unseren Sommernachtsträumen.

Frau mit Schönheitsmaske aus Lebensmittelresten

Rita Davidson ©Andrea Knura

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