Heute feiern wir den Tag des Apfels. Aber kann man mit dem ältesten und gesündesten Fastfood der Welt wirklich den Arzt fernhalten?

Sie tragen mitunter königliche Namen wie Kronprinz Rudolf, sind süß, säuerlich oder beides zusammen. Ihre Schale enthält viel wertvolles Pektin und sie sind reich an essenziellen Fruchtsäuren: Die heimischen Äpfel. Im Übrigen mögen wir sie einfach. Äpfel sind das Lieblingsobst der Österreicher, wie unterschiedlichste Umfragen bestätigen. 17 Kilogramm essen wir pro Kopf hierzulande im Schnitt. 220.000 Tonnen wurden heuer geerntet. 144.000 Tonnen davon kommen aus der Steiermark. Wenn wir reinbeißen, hat der Apfel aus Österreich im Schnitt nur 100 Kilometer hinter sich. Damit sind die Äpfel Regional-Weltmeister und belasten den eigenen ökologischen Fußabdruck faktisch gar nicht, wenn man sie zur richtigen Zeit isst. Ein Apfel aus Südafrika hat dagegen 9.000 Kilometer auf dem Buckel, ein chilenischer 13.000 Kilometer und ein neuseeländischer sogar 19.000. Teils werden Äpfel in diesen Regionen in unnatürlichen Wüsten- und Trockengebieten kultiviert, vielfach müssen dort sogar Gletscher zur Bewässerung und Beregnung angezapft werden. Doch auch der heimische Apfel hat ein Problem. Ein saisonales, um genau zu sein. Es kommt nämlich nicht nur drauf an, dass sondern auch, wann wir reinbeißen. Und darauf wird viel zu wenig geachtet.

Warum wir Äpfel von September bis Februar essen sollten

Die ersten Äpfel aus heimischer Produktion, die man beim Bauern bekommt, sind die Klaräpfel.  Die muss man aber mögen. Andere ernst zu nehmenden Sorten kommen erst Ende August in den Verkauf. Im Herbst werden aber viel zu wenige Äpfel gekauft und gegessen. Stattdessen werden sie gern von März bis Juni konsumiert, ein Zeitpunkt, zu dem sie bereits ein halbes Jahr gelagert sind und einen entsprechenden CO2-Rucksack mitbringen. Von daher sollten wir Äpfel eigentlich von September bis Februar und nicht von März bis Juni essen. Das sagen übrigens nicht wir, sondern Landwirtschaftsammer-Experte Christian Jochum. Reichen werden die heimischen Äpfel auch heuer, obwohl die 1.100 steirischen Apfelbauern  heuer um rund 25 Prozent weniger geerntet haben. Am Geschmack sollte es auch nicht mangeln. „Der ist nicht zuletzt auch durch die vielen Sonnenstunden hervorragend, das Zucker-Säure-Verhältnis ist ideal“, sagt Herbert Muster, Leiter des Obstbaureferates der Landwirtschaftskammer. Für die von den Frostkatastrophen der Jahre 2016 und 2017 sowie nach der Preismisere des Vorjahres durch Billigstangebote aus Osteuropa enorm unter Druck stehenden obstbautreibenden Familienbetriebe, ist die neue Vermarktungssaison ein erster kleiner Lichtblick.

Ein Apfel am Tag, und der Doktor bleibt, wo er mag

Wir sollten also von August bis Februar heimische Äpfel genießen. Doch halten wir damit wirklich den Arzt fern, wie es die alte englische Redewendung “An Apple a day keept the doctor away” suggeriert? Glaubt man der derzeitigen Studienlage, könnte da was dran sein. An der New Yorker Cornell Universität fand man etwa heraus, dass nur ein Apfel täglich die Gedächtnisleistung verbessern und Alzheimer vorbeugen kann. Aber nicht nur das: Äpfel beeinflussen auch das Wachstum von Krebstumoren. Dieselben Forscher setzten für Brustkrebs besonders anfällige Laborratten 24 Wochen auf eine Apfeldiät. Das Ergebnis: Das Tumorrisiko sank um bis zu 44 Prozent, bestehende Tumoren schrumpften um bis zu 61 Prozent. Der Grund dafür heißt Quercetin und zählt chemisch zu den Phenolsäuren/Flavonoiden. Und die wiederum senken das Risiko von oxidativem Stress, hemmen Entzündungen und fangen freie Radikale. Abgesehen davon fördern Äpfel die Verdauung. Das haben Forscher vom Lebensmittel-Forschungsinstitut der Technischen Universität Kopenhagen herausgefunden. In Fütterungsversuchen mit Ratten haben die dänischen Mikrobiologen eine positive Wirkung auf die Darmbakterien festgestellt. Dahinter vermuten sie Pektine, Ballaststoffe, die der menschliche Körper nicht verdauen kann, die aber dafür den Darm putzen.

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