Er selbst bezeichnet sich als Hobby-Brenner. So ist bei Walter Kölbl alles kann und nichts muss. Das Ergebnis: Ein Schatz an edlen Bränden und Likören.

Walter Kölbl in seinem Beerengarten.

Was in seinem Garten wächst verwandelt Walter Kölbl zu Edelbränden und Likör. ©Andrea Knura

„Anfängerglück war in jedem Fall dabei, als wir 1984 unseren ersten Marillenbrand versuchten.“ Durch eine Grundstückszusammenlegung kam Walter Kölbl damals plötzlich zu einem unerwarteten Obstsegen und der Erkenntnis, dass man so viel Marmelade nicht essen kann. 4000 m2 Garten mit rund 100 Obstbäumen, 8000 m2 naturnahe Wiesengrundstücke mit einer ungekünstelten Wildkräutervielfalt und zehnerlei Beeren. Er entschied sich das Obst an eine Lohnbrennerei zu geben und war überrascht von der Qualität des Brandes, „obwohl damals Zweige, Gras und Erde mit gebrannt wurden.“ Dann, im zweiten Jahr, war das Ergebnis so wie erwartet, nämlich richtig schlecht. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich: 

„Wenn man Mist brennt, kommt Mist heraus.“ 

Deshalb nahm Walter Kölbl den gesamten Brennenvorgang selbst in die Hand. Für seine Destillate nimmt er weitestgehend sonnenreifes Fallobst, handverlesen, mit hohem Fruchtzuckergehalt. Es wird sorgsam ausgeputzt, im Brunnen gewaschen und ohne Verunreinigungen, das ist ihm besonders wichtig, weiter verarbeitet. „Kein Spaß sondern echte Knochenarbeit.“ 99 Prozent der Zutaten für die Kölbl Brände, Kräuterschnäpse und Liköre wachsen am eigenen Grund. Spritzmittel kommen nicht zum Einsatz. Und die Düngung? “Dafür sorgen ein Pony und zwei Schafe.”

Meister fallen nicht vom Himmel

„Es brauchte doch Zeit und Fingerspitzegefühl,“ und Walter Kölbl hat beides. In seinem Keller lagern heute besondere Raritäten und Jahrgangsbrände noch aus 1985. Gearbeitet wird, als Abfindungsbrennerei, nach dem traditionellen Brennverfahren.

Die hohe Qualität der Schnäpse von Kölbl wird im traditionellen Brennverfahren erreicht.© Andrea Knura

„Im Gegensatz zu kommerziellen Anlagen, wo es um Menge vor Qualität geht, verwenden wir keine Kolonnenbrennerei und auch keine Edelstahlbehälter. Destilliert wird in einer klassischen holzbefeuerten Brennblase aus Kupfer.“

Walter Kölbl im Schnapskeller bei Schnaps Raritäten Kölbl

Walter Kölbl hütet seine Schnapsrariäten über Jahre, ja sogar Jahrzehnte. ©Andrea Knura

Der fertige Brand wird dann – je nach Sorte im Glas oder in Fässern unterschiedlicher Hölzer gelagert. Grundsätzlich bleibt das Destillat zur Reifung meist drei Jahre bis zehn Jahre im Keller. Dadurch erhalten die Brände besonders angenehme Geschmacksnuancen oder eine außergewöhnlich edle Farbe. Erst dann wird weiter verarbeitet. Vor dem Einstellen und Filtrieren wird noch frostbehandelt, ideal mehrere Tage bei – 18 °C. „Sonst kommt es unweigerlich zum Ausflocken. Will heißen, dass sich feinste Teile von Parafin absetzten.“ 

Dreierlei Schnaps Raritäten von Walter Kölbl. Geschenkbox mit Kleinflaschen. ©Andrea Knura

Diese Boxen gibt es auch als Leerboxen für 6, 12 und 18 Kleinflaschen- die Auswahl der Flaschen können Sie dann frei wählen
Geschenkbox mit Kleinflaschen Walter Kölbl-Schnaps Raritäten ab € 20,80
Zu den Geschenkflaschen gibt es auch, auf Wunsch, Holzschatullen mit Wiesenheu-Unterfütterung
Kümmellikör in der Geschenkflasche Walter Kölbl-Schnaps Raritäten ab € 14,90

Die Entdeckung des Maulbeerfasses

„Apfelschnaps hat ein sehr zartes Fruchtaroma und gewinnt erst durch seine jahrelange Reifung im Maulbeerfass an Geschmack und Farbe.“ Das Holz des Maulbeerfasses verleiht dem Brand eine gelblich-rötliche Farbnuance, ohne jedoch den Geschmack zu beeinflussen. „Die Entdeckung des Maulbeerfasses war einer von vielen glücklichen Zufällen in meiner Brennerlaufbahn,“ so Kölbl zufrieden. Was für Kölbl außerdem unbedingt zusammen gehört sind Zwetschke und Akazie, Weintraubenbrand und Maulbeere, Weinbrand und Eiche.

In Kölbls Kräuterschnaps sind über 50 Kräuter und Zutaten enthalten. ©Andrea Knura

Liköre und Ansatzschnäpse

„Neben bewährten Sorten, die wir jährlich erzeugen, beschreiten wir auch gerne neue Wege und bereichern unser Sortiment von Zeit zu Zeit mit besonders ausgefallenen, nicht alltäglichen Likören und Ansatzschnäpsen.“ Bis auf wenige Zutaten wächst alles am eigenen Grund. Von Gundelrebe, Spitzwegerich, Wermut und Weissdorn bis hin zu Himmelschlüssel, Wegwarte und Wacholder. Und weil es diese Kräuter auch in sich haben sind Schnaps und Likör auch mehr als bloße Genussmittel. Im Kräuter-Ansatzbrand finden sich über 65 Kräuter mit ihren besonderen Inhaltsstoffen.

„Durch ihre Wirkstoffe können sie in vielfacher Weise als wohltuende Mittel eingesetzt werden. Dabei helfen verschiedene Sorten gegen unterschiedliche Beschwerden.“ So empfiehlt sich ein Lindenblüten-Likör zur Verdauung bei leichtem Völlegefühl oder ein Kümmel-Likör gegen Blähungen und damit „zur Erhaltung von Freundschaften.“

Walter Kölbl: “Zu unseren Kunden zählen auch das Wellness-Hotel Almesberger in Äigen/Schlägl im Mühlviertel, im Dreiländereck Österreich, Deutschland und Tschechien – daher werden meine Erzeugnisse auch zwangsläufig ins benachbarte Ausland “exportiert”. Noch grenznaher liegt das Chaletdorf INNS HOLZ in Ulrichsberg/Schöneben wo im Sommer Wanderer und Radfahrer und im Winter Schneeschuhwanderer und Langläufer sich gelegentlich ein Schnapserl zur Stärkung gönnen.

Angebote von Schnaps-Raritäten Walter Kölbl auf bauernladen.at.