Erdäpfel und Majoran. Die unscheinbare Knolle und das aromatische Kraut sind ein eingespieltes Duo – bodenständig, wärmend und herrlich unkompliziert.

Erdäpfel und Majoran

Während mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Oregano Gerichte schnell in eine andere Geschmackswelt entführen, bleibt Majoran angenehm vertraut. ©️Canva

Es gibt Geschmackskombinationen, die nach Heimat schmecken. Erdäpfel und Majoran gehören in Österreich ganz selbstverständlich dazu. Man denke nur an ein molliges Erdäpfelgulasch, an eine kräftige Erdäpfelsuppe oder an ein goldbraun gebratenes Gröstl. Natürlich darf auch beim herzhaften Blunzengröstl Majoran seine würzige Note beisteuern. Er gibt den Erdäpfeln Wärme und Tiefe, ohne ihren milden, erdigen Geschmack zu überdecken.

Genau darin liegt das Geheimnis dieser Verbindung

Erdäpfel sind kulinarische Teamplayer. Sie nehmen Aromen bereitwillig auf und lassen Gewürzen Raum, sich zu entfalten. Majoran wiederum bringt eine feine Würze mit, die leicht süßlich, balsamisch und dezent herb wirkt. Gemeinsam ergeben sie einen Geschmack, der satt und zufrieden macht – ohne laut zu werden.

Vielleicht passt Majoran deshalb so gut zur österreichischen Küche. Während mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Oregano Gerichte schnell in eine andere Geschmackswelt entführen, bleibt Majoran angenehm vertraut. Er gehört zu deftiger Hausmannskost ebenso wie zu einfachen Gerichten, bei denen wenige Zutaten den Ton angeben.

Was im Majoran steckt?

Sein Aroma ist würzig und warm, zugleich aber angenehm mild und leicht süßlich. Dazu gesellen sich feine blumige und harzige Nuancen sowie eine dezente Pfeffrigkeit. Im Vergleich zu Oregano wirkt Majoran meist sanfter, runder und weniger dominant. Sein charakteristischer Duft kommt vor allem von den ätherischen Ölen, die in den Blättern stecken. Zu ihren wichtigsten Bestandteilen zählen unter anderem Terpinen-4-ol, Sabinen, α-Terpinen, γ-Terpinen und Linalool. Auch Thymol und Carvacrol können enthalten sein – allerdings in je nach Sorte und Herkunft unterschiedlichen Mengen.

Darüber hinaus liefert Majoran verschiedene Polyphenole und Flavonoide. In kleineren Mengen finden sich außerdem Vitamine wie Vitamin K, Vitamin C und Vitamin A sowie Mineralstoffe, darunter Kalium, Calcium und Eisen.

Ob frisch oder getrocknet: Majoran bringt eine charaktervolle Würze auf den Teller. Dabei reicht oft schon eine kleine Menge, um Speisen aromatischer und runder wirken zu lassen. Wie intensiv Majoran schmeckt und welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind, hängt unter anderem von Sorte, Anbaugebiet, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab. Nur zwei Beispiele aus unserm Angebot auf bauernladen.at: Der herrlich duftende Majoran von BARON de Sel wächst auf den bergigen Hochebenen des Peloponnes. Reinster, biologischer Majoran für Ihren Hausgebrauch wächst auf den Feldern des Bio-Kräuterhof-Aufreiter in Oberösterreich. Übrigens: Getrockneter Majoran ist meist deutlich konzentrierter im Aroma als frische Blätter.

Vom Erdäpfelgulasch bis zum Gröstl: Wo Erdäpfel auf Majoran treffen, entsteht ein Stück österreichische Küchenseele – schlicht, würzig und wunderbar bodenständig.

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