Das ganze Jahr Marille
„Marillenbauer zu sein bedeutet auch die Launen der Natur aushalten zu müssen“, so Gerhard Tastl, Marillenbauer aus Rohrendorf bei Krems.

Die Ernte der frühen Sorten hat in der Wachau bereits Ende Mai, Anfang Juni begonnen. @Wachauer Marillen
Frost im Frühling und zu wenig Niederschlag. Das hat vor allem die Frühsorten getroffen, mit doch hohen Ernteausfällen. Das Ergebnis für 2026: Weniger Marillen aber “die Qualität ist richtig gut”. „Man kann in jeder Marille doch ein kleines Stück der großen Schöpfung sehen,“ so Tastl, ein echter Wachauer Marillenbauern. Mit dem Namen „Wachauer Marille g.U.” dürfen übrigens nur Marillen bezeichnet werden, die aus den Gemeinden Aggsbach-Markt, Albrechtsberg, Bergern im Dunkelsteinerwald, Droß, Dürnstein, Furth, Gedersdorf, Krems, Maria Laach, Mautern, Mühldorf, Paudorf, Rohrendorf bei Krems, Rossatz-Arnsdorf, Senftenberg, Spitz, Stratzing, Weinziel am Wald, Weißenkirchen, Schönbühel-Aggsbach und Emmersdorf stammen. Günstige Standorte zum Anbau von Wachauer Marillen g.U. sind in der gesamten Region vorzufinden, da das örtliche Klima für die Geschmacks-, Aroma- und Inhaltsstoffausbildung der Marillen besonders zuträglich ist. Im Speziellen bedeutet dies, dass zwischen Tag- und Nachttemperatur, vor allem zur Fruchtreife hin, große Unterschiede bestehen. Die einzigartige, unvergleichliche und weithin bekannte Aroma- und Geschmacksausbildung der Wachauer Marille g.U. entsteht durch das Zusammentreffen mehrerer Klimate (Pannonisch – Waldviertler Einfluss – sowie die unmittelbare Nähe zur Donau). Die Ernte der Wachauer Marillen g.U. beginnt in der Wachau im Juli im Raum Krems, das sind die früheren Lagen. Wenige Tage später dann im Bereich Spitz, Arnsdorf und noch einige Tage später in der oberen Wachau Willendorf, Aggsbach-Markt, Aggstein und Spitzer Graben.

Hackls sonnengereifte Marille bekommen Sie in der Saison täglich frisch am Marillenhof Hackl.
Marillen aus dem Weinviertel
Eine Marille, die wirklich nach Marille schmeckt. Das war die Idee von Wolfgang Hackl im Jahr 2009, als er den Betrieb von seinen Eltern übernahm. Heute stehen 23.000 Bäume rund um Atzelsdorf im Bezirk Mistelbach mitten im Weinviertel. 12 verschiedene Sorten gibt es am Marillenhof Hackl und die früheste Sorte startete bereits Mitte Juni. Die gesamte Saison erstreckt sich dann bis Anfang August. „Die Frucht ist sehr groß, leuchtend orange-rot gefärbt mit einer sehr guten Fruchtfleischfestigkeit und Transportfähigkeit. Durch den geringen Säuregehalt schmecken die Früchte auch im festen Zustand schon sehr gut, was eine frühe Ernte erlaubt.“ Die Bergarouge-Marille hingegen wird erst Mitte Juli reif, Bergeval wird ab Anfang Juli geerntet, zeichnet sich durch den hohen Zucker- und Säuregehalt aus und ist auch gut lagerfähig. Anegat wiederum wird erst Ende Juli reif. Ungarische Beste & Kosterneuburger werden ebenfalls Mitte bis Ende Juli geerntet. „Die Frucht ist mittelgroß, kugelig und etwas unsymmetrisch. Die Haut färbt sich von grüngelb zu sattgelb. Die Seite, die der Sonne zugewandt ist, ist rot gesprenkelt. Die Marillen eignen sich hervorragend zur Verarbeitung. Es können zum Beispiel Marmeladen, Säfte, Liköre oder Kuchen hergestellt werden. Die süß-säuerlichen Früchte sind sehr saftig und haben ein hellorangenes Fruchtfleisch,“ so der Marillenexperte abschließend. Noch mehr Information über die einzelnen Marillensorten und den Reifezeitpunkt gibt es bei Hackls-Marille.
Alte Sorte – ganze Frucht
Die ursprünglich aus dem nordöstlichen Zentralasien stammenden Marillen werden in ihrer Heimat bereits seit über 4000 Jahren kultiviert. Im 4 Jhd. v. Chr. brachte sie Alexander der Große in den Mittelmeerraum und mit den Römern kamen sie auch über die Alpen. Fruchtnektare stellen im echten Sinne des Wortes flüssiges Obst dar, da die ganze Frucht verarbeitet wird. Die handverlesenen Früchte werden entsteint, passiert und durch schonendes Erhitzen haltbar gemacht. Das passierte Fruchtpüree wird mit Wasser und Zucker trinkfertig gemacht. Wasser, weil das Fruchtpüree zu dickflüssig ist und Zucker, um den ursprünglichen Fruchtzuckergehalt wieder herzustellen. Fruchtnektar besitzt im Vergleich zu anderen Fruchtsäften einen deutlich höheren Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Pektinstoffen, sowie auch bedeutend mehr Aroma.
Marillensaft von heimischen Produzenten ist weit mehr als nur ein erfrischendes Getränk – er ist ein Stück österreichischer Genusskultur, das den Geschmack des Sommers das ganze Jahr über lebendig hält. Mit seiner fruchtigen Süße, der feinen Säure und dem unverwechselbaren Aroma sonnengereifter Marillen bringt er ein Stück Natur ins Glas. Ob pur, gespritzt oder als raffinierte Zutat in kreativen Getränkekreationen: Marillensaft ist ein vielseitiger Genuss, der zu jeder Jahreszeit Freude bereitet. Denn manchmal braucht es nur einen Schluck, um sich ein kleines Stück Sommer zurückzuholen.
Hier gehts zur Webcam Wachauer Marillen



