Ohne Reindling kein Osterfest. So ist das in Kärnten. Und zur Osterjause gibt es zum süßen Traditionsgebäck noch Schinken, Kren und Eier. Und es schmeckt!

Ein richtiger Kärntner Osterreindling muss mit viel Zimt und Zucker gefüllt sein. @Andrea Knura

Ab Gründonnerstag wird gebacken. Der feine Germteig mit viel Butter und Eiern, wird gefüllt mit Zimt, Zucker, Nüssen und Rosinen. Fragt man nach dem Geheimnis eines richtig guten Germteigs, wird man viele Antworten bekommen. Wichtig und richtig ist: Der Teig braucht Zeit und er muss geschlagen werden um Luft einzuarbeiten. Das macht man so lange, und natürlich mit der Hand, bis er sich vom Schüsselrand löst. Dann gilt es zu warten, den Teig gehen zu lassen, ihm anschließend die Füllung zu verpassen, nochmals Butter auf den Teig und in die Form geben, einrollen und dann backen.

Patenkinder bekamen und bekommen den süß gefüllten Germteig von ihrer “Goti” mit einem roten Ei und einer Münze geschenkt. Das ist so Tradition zu Ostern . Auch wenn man es in der heutigen Überflusszeit nicht glauben mag: Die Beschenkten freuen sich darüber.

Kärntner Reindling:

500 g glattes Mehl

2 Dotter, 2 Eier

40 g Germ

1/4 l Milch

70 g Kristallzucker

100 g Butter

Salz

Fülle:

Kristallzucker, Zimt und Rosinen nach Geschmack

Walnüsse gehackt – und wer’s mag karamellisiert

50 g Butter zerlassen

Zubereitung:

50 ml Milch lauwarm mit der frischen Germ und etwas Mehl zu einem “Dampfl” verrühren. Dieses ungefähr 10 Minuten stehen lassen, damit es aufgehen kann.

Butter schmelzen, Zucker und Milch zugeben. Abkühlen lassen, Eier und Dotter einrühren.

In eine große Schüssel oder Rührkessel eine Prise Salz und Mehl geben. Mit Dampf und der Eier, Milchmischung zu einem glatten Teig schlagen. So lange bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Teig zugedeckt ca. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Zugluft mag Germteig nicht!

In der Zwischenzeit kann man Zucker und Zimt mischen, Nüsse hacken, Butter zerlassen, die Rosinen bereit stellen und die Backform einfetten.

@Andrea Knura

Den Teig ausrollen, mit zerlassener Butter besteichen, richtig dick füllen und einrollen. Die Rolle zu einer Schnecke drehen und in die Backform heben. Butter darüber und nochmal für 10 Minuten gehen lassen.

Bei 160 Grad Ober- und Unterhitze für ca. 60 Minuten ins Backrohr.

Zur Backform gibts beim Reindling auch noch was zu sagen. Der Germteig wurde früher in einer Rein, also in einem Topf, gebacken. Daher der Name. Es streiten sich ein wenig die Kärntner Geister, ob ein Reindling, der in einer Gugelhupf- oder gar in einer Kastenform gebacken wurde immer noch ein Reindling ist. Oder ob er gefüllt mit Nuss oder Mohn auch noch Reindling genannt werden darf? Wobei man sich hier am besten darauf einigt, dass es sich um eine Potize handelt.

Tipp: Backform nicht nur bebuttert, sondern gleich auch mit Zucker auskleiden. Das macht eine herrlich karamellisierte Kruste.

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