Davis Weszeli arbeitet in seinem Weingarten nach dem biodynamischen Prinzip und mit Pferd.  Schließlich geht es für ihn um die Gesundheit des Bodens.

Mann mit Pferd im Weingarten

Davis Weszeli bearbeitet den Boden im Weingarten noch mit Pferd. ©Weingut Weszeli

Pferde drücken den Boden viel weniger zusammen. Er bleibt lockerer, Regenwasser gelangt besser zu den Wurzeln der Rebstöcke, Traktoren hingegen verdichten das Erdreich,  Mikroorganismen und organische Substanzen haben es in dem weniger luft-und wasserleitfähigen Erdreich schwer. „Das Bodenleben insgesamt nimmt ab. Dabei sind es gerade diese kleinsten Weinbergbewohner, Bakterien und Pilze, die die Reben mit Mineralstoffen versorgen. Traktoren schädigen durch ihre Vibration auch die empfindlichen Wurzeln der Rebstöcke, und verkürzt dadurch ihre Lebensdauer. Außerdem sind Pferde verlässlicher als Traktoren. Das Problem einer Panne gibt es mit ihnen nicht,“ erläutert Davis Weszeli seine Philosophie. Die Weingärten des Wein-und Naturliebhabers liegen rund um Langenois im Kamptal.

Auf 30 ha werden Grüner Veltliner und Rieslinge mit höchstem Anspruch gezogen. Davis Weszeli übernahm 2011 das Traditionsweingut inklusive dem Know-how der Vorfahren rund um Rebsorten und mikroklimatische Besonderheiten. Dabei war er aber auch immer bestrebt, seinen eigenen Weg zu gehen. Die Verknüpfung von Mensch und Natur, von Tradition und eigenen Erfahrungen hat seine eignen Philosophie geprägt – das Prinzip Terrafactum. Es stellt den Weingarten in den Mittelpunkt. Dort nämlich entsteht der Charakter eines Weines.

Der mit den Weinreben flüstert

Der Einsatz von Pferden in den wichtigsten Lagen ist nur ein Hinweis darauf, wie sehr dem Winzer die Boden- beschaffenheit am Herzen liegt. Gäbe es eine Hierarchie im Weingarten, würde der Boden eindeutig an erster Stelle stehen. Aber jeder Arbeitsschritt erfolgt mit Rücksicht auf Fauna und Flora. Davis Weszeli nimmt den Weingarten in seiner großen biologischen Vielfalt wahr – wissend, dass die ökologische Balance im Weinberg sich einmal in seinem Wein widerspiegelt. Vielleicht sind es gerade die Erfahrungen des Stadtlebens, die seinen besonders sensiblen Umgang mit der Natur forciert haben. Denn eigentlich ist der dreifache Familienvater ein Quereinsteiger, der lange in der Kommunikationsbranche gearbeitet hat.

Wiedehopf

Der Wiedehopf hat in diesem Weingarten Lebensraum gefunden . ©Weingut Weszeli

Smaragadeidechsen, Gottesanbeter aber auch Hase und Reh leben, wie der Wiedehopf, im Weingarten. ©Weingut Weszeli

Mit den Zyklen der Natur

So hegt und pflegt Davis Weszeli seine Weingärten mit viel Liebe und Achtsamkeit. Sie werden im Sommer auch als im Winter begrünt und ausschließlich mit biodynamischen Präparaten und Kompost versorgt. Auf die Natur und ihren Kreislauf wird Rücksicht genommen. So wird zur Zeit des Bienenflugs nicht gemäht. Sogar der Wiedehopf mit seiner auffällig langen Federhaube am Kopf flattert wieder öfters durchs Tal. Denn Weszeli lockt ihn mit speziell gefertigten Nistplätzen in den Terrassen in seine Rebenlandschaft.

Das emsige Getümmel von Vögeln, Bienen, Käfern und Reptilien wie Smaragdeidechsen zeugt von einem intakten Ökosystem. So ein lebendiger Weingarten ist nicht nur eine Augenweide, er wirkt sich auch auf die Rebstöcke aus: höhere Widerstandskraft, stimuliertes Immunsystem, ausgewogenere Reifephasen, ein längeres Leben und gehaltvollere und bessere Trauben. Davis Weszeli ist überzeugt: „Biodiversität im Weingarten ist ein entscheidender Grundstein für die Entfaltung von Terroir im Wein und schafft besseres Traubenmaterial.“

“Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.”

Davis Weszeli im Weingarten

Davis Weszeli ©Weingut Weszeli

Liebevolle (Hand)lungen

So fürsorglich wie mit dem Boden und der Erde wird auch mit Rebstock und Trauben umgegangen. Die Lese erfolgt händisch, auch hier sind Maschinen tabu. Handarbeit garantiert und kontrolliert die Qualität, die letztendlich in die Flasche kommt. Die Verwandlung der Trauben in Wein geschieht ebenfalls auf natürliche Weise. Für die Vinifikation der in ökologisch nachhaltiger Manier verhätschelten Trauben lässt man sich Zeit. Harmonie, Tiefe und Vielschichtigkeit im Wein entstehen durch eine lange Lagerung (ungefähr zwei Jahre in Fässern oder Edelstahltanks auf der Feinhefe). Der Wein wird auf natürliche Weise blank, die Trübstoffe haben Zeit, sich am Boden abzusetzen.

Die Arbeit von Davis Weszeli ist ein Bekenntnis zur Natur. Ein Ja, das sich in jedem der Arbeitsschritte am Wein- gut widerspiegelt. Im Wein verbinden sich Natur und Kultur. Er ist das Produkt einer Symbiose zwischen Fauna & Flora und Mensch. Ein Zusammenspiel, das man letztendlich im Wein schmeckt. Auch die stilvollen Etiketten des Weinguts „Weszeli Terrafactum“ weisen auf diese Naturverbundenheit hin. Jede Lage ist mit einer eigenen Tierillustration geschmückt. Jedes Bild beginnt, schon vor dem ersten Schluck, eine Geschichte aus dem Weingarten zu erzählen. Von einem Schmetterling, einem Käfer, einem Reh… Bis dann der Wein das Wort ergreift …