Quinoa ist so nahrhaft, dass er hierzulande als „Superfood” gehandelt wird. Auch deshalb baut Ewald Fröhlich das “Gold der Anden” jetzt in der Steiermark an.

Ewald Fröhlich im Quinoa Feld. ©Reismühle Fröhlich

2019 gab es die erste Quinoa Ernte in der Südsteiermark. „Der Anbau ist einfach, das Getreide – eigentlich ein Pseudogetreide wie Buchweizen oder Amarant – ist recht genügsam aber auch nicht sehr ertragreich,“ erzählt Ewald Fröhlich. Wie er auf Quinoa kam? Das hatte zwei Gründe. Erstens passt es gut zum Reisanbau. „So- Fröhlich“ Reis gibt es ja seit 2014. Ebenso wie bei Reis muss auch bei Quinoa die äußerste Schicht  des Korns entfernt werden. Das geschieht in der Fröhlich Reismühle, die 2019 erstmals zum Einsatz kam. „Unser Quinoa wird entsaponiert. Das heißt, durch Polieren wird das äußerste Häutchen entfernt und mit ihm die darin enthaltenen Saponine (Bitterstoffe). Somit kann das Korn seinen zart nussigen Geschmack voll entfalten!“

Alle wollen Quinoa, und das hat Folgen

Südsteirischer Quinoa. ©So Fröhlich

Ein zweiter, sehr wichtiger Aspekt, der für den Quinoa Anbau spricht, ist der soziale. Mehr als 95 Prozent der gesamten Weltproduktion werden in Peru und Bolivien angebaut, der Rest in Ecuador. Die erhöhte Nachfrage in Europa, weil immer mehr Vegetarier oder gar Veganer werden und hochwertiges Eiweiß brauchen, führt allerdings zu Preisanstiegen in den Anbauländern. Die Bauern können sich ihr Jahrtausende altes Grundnahrungsmittel selbst nicht mehr leisten und müssen auf weniger nahrhafte Getreidesorten ausweichen. Und weil wir (in Europa) immer mehr Quinoa haben wollen, wird in Südamerika immer mehr davon angebaut. Allerdings ohne die Ruhepausen oder Fruchtfolge für die ohnehin schon nährstoffarmen Böden zu beachten. Ein Teufelskreis.

Was ist Quinoa?

Quinoa ist eine uralte einjährige Kulturpflanze und gehört wie Amarant zur Familie der
Fuchsschwanzgewächse. Man kann die jungen Triebe und Blätter essen, hauptsächlich nutzt man die Samen, indem man sie wie Reis einfach kocht. Bereits die Inka verehrten Quinoa als Wunderpflanze. Sie ist eine ausgezeichnete Quelle von essentiellen Aminosäuren wie Lysin, Tryptophan oder Cystin und liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Weiters beachtlich ist der hohe Gehalt an Mineralstoffen wie Magnesium (ca. 300 mg), Eisen (ca. 8 mg), Kalium (ca. 800 mg) und Kalzium (ca. 120 mg), aber auch Mangan. Da Quinoa anders als Roggen oder Weizen nicht zu den Süßgräsern gehört, sind die Samenkörner glutenfrei.

Wie isst man Quinoa? 

Einfach gekocht als Beilage wie Reis, als Salat mit Tomaten, Zitrone und Petersilie, … Oder man macht Mini-Popcorn daraus und gibt dieses über einen Salat oder zum Müsli.

Quinoa Salat mit Tomaten und Zitronen

Quinoa Salat mit Tomaten, Ruccola und Zitrone. ©Pixabay

PS: Quinoa, also “Austrian Quinoa” gibt es auch in Niederösterreich.