Weil wir gerne alte Rassen halten! Am Schafhof im Katzengraben leben Waldschafe, Provence-Esel, Altsteirer und Pinscher.

@Schafhof im Katzengraben

„Die alte, vom Aussterben bedrohte Rasse der Waldschafe wurde von uns in der Steiermark eingeführt.“ Dr. Wolfgang Walther und seine Frau Heidrun betreiben Landwirtschaft als Berufung nach dem Beruf. Eigentlich sind sie in Pension. Den Hof haben sie bereits 1985 übernommen. 2001, nach einigen Jahren Nachdenken, beschlossen Heidi und Wolfgang auf den verbliebenen Flächen Schafe zu halten. Und da sie gerne alte Rassen halten, haben sie sich für die Waldschafe entschieden. Ursprünglich ist die Rasse nördlich der Alpen im Alpenvorland, im Mühlviertel, im Waldviertel, im Böhmerwald und im Bayrischen Wald heimisch. „Die Waldschafe sind in der Südsteiermark hervorragend zu halten. Der Stallplatz am Hof ist beschränkt und daher auf 25 Mutterschafe begrenzt. Entsprechend gibt es rund 50 bis 70 Tiere während des Jahres.

Waldschafe auf der Herbstweide.

Aischa und Afra bei der Arbeit.

Die Schafe halten sich in der wärmeren Jahreszeit von März bis November ausschließlich auf den Wiesen auf und fressen Gras, im Winter bekommen sie nur Heu. Die Lämmer werden als Zuchttiere an andere Züchter verkauft oder geschlachtet. Die Waldschafe sind eine alte, robuste Rasse, die, wie alle alten Rassen, sehr langsam wächst. Deshalb erfolgt die Schlachtung erst sehr spät, mit zehn Monaten. „Das hat den Vorteil, dass man ihnen kein Kraftfutter geben muss, da sie auch mit diesem nicht schneller wachsen würden.“ Das Fleisch ist dunkel, kurzfasrig, zart und hat keinen ausgeprägten Schafsgeschmack.

Passend zu den Schafen wollte man eine alte Hunderasse haben, die auf einen Bauernhof passt. Da bot sich der österreichische Pinscher an. Dieser war früher sehr häufig auf den Bauernhöfen anzutreffen, er gilt als der „normale“ altösterreichische Bauernhofhund und ist eine Rasse die ausstirbt. „Keiner hat ihn ernst genommen, er hat überall im Stall Mäuse und Ratten vertilgt und konnte bei allen Arbeiten am Hof dabei sein und mithelfen, wie zum Beispiel beim Tiere Treiben.“ Seit 2002 gibt es österreichische Pinscher am Schafhof, inzwischen ist es die vierte Generation. „Bei uns werden sie auch zum Treiben der Schafe eingesetzt – nicht so perfekt wie die Border Collies, aber für unseren Alltag reicht es.“

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Madame Sorenza und Madame Cloreto du Colombier sowie Hermine von Katzengraben oder vielmehr Hermine de la Vallée des Chats sind Âne de Provence -Esel und „wahrscheinlich die einzigen Esel dieser Rasse in Österreich. Hermine ist zudem die erste Geburt eines Provence-Esels in Österreich.“ Ihr Job am Hof ist das Packsattel-Tragen, Kutschen-Ziehen, Begleitung bei Wanderungen und vielleicht in Zukunft auch das Reiten. Bei den landwirtschaftlichen Arbeiten helfen sie beim Tragen der Schafzäune und beim Holzrücken. „Auf unserem Hof leben auch einige altsteirische Hühner im Freilauf, ebenfalls eine alte, bodenständige Rasse.“ Sie sind relativ klein und legen gerne Eier, die, passend zu ihrer Größe, auch klein sind. Sie sind begeisterte Brüter und Kükenaufzieher. „Der Hühnerbestand wechselt je nach Hunger des Fuchses sehr stark.“ Die Natur regelt auch das auf ihre Weise.

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