Oxymel oder Sauerhonig ist keine neue Erfindung. Diese wohltuende und geschmackvolle Kombination wird schon seit Jahrtausenden für die Haltbarmachung von Lebensmitteln, als Würze sowie in der Volksmedizin genutzt.

 

In China gilt es sogar offiziell als Heilmittel. Mit Kräutern oder Gewürzen angesetzt wird aus Oxymel eine köstliche Marinade, mit Früchten entsteht ein wunderbares Getränk.

Einfach hausgemacht

Essig und Honig sind die Basis für die Mazeration, also das Ausziehen oder Auslaugen von Kräutern, Wurzeln, Früchten, Blüten oder Gewürzen. Die Naturprodukte Essig und Honig saugen die Aromen und wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanzen perfekt aus. Welcher Honig verwendet wird, ist Geschmackssache. Für milde Oxymel-Varianten empfehlen sich Blütenhonige. Waldhonig wird gerne für kräftige Kombinationen mit Heilzweck (z.B. Hustenkräuter) verwendet.

Als Essig empfiehlt sich naturbelassener Obstessig (Apfel, Birne, Quitte etc.) aus der Region. Je nach dem welche Wirkung man erzielen möchte, setzt man die Kräuter oder Früchte mit der Essig-Honigmischung an und lässt das ganze rund 4 Wochen ziehen. Abseihen, kühl und dunkel lagern. 

Grundsätzlich gilt: Sei kreativ. Erlaubt ist, was schmeckt.

Oxymel Himbeere und Zitronenverbene beispielsweise ist eine köstlichen Marinade. Mit Preiselbeere, Thymian, Rosmarin, Salbei verfeinert man Wild, Lamm oder Rind. Dost und Spitzwegerich, Fichtenwipfel, Brennnessel und Gänseblümchen schmecken gut und wirkt aktivierend. 

Oximel pur, also löffelweise, ist ein Elixier und Stärkungsmittel. Mit Wasser oder Mineralwasser verdünnt wird es zum Durstlöscher. Mit warmem Wasser schluckweise getrunken steigert es das Wohlbefinden. In der Küche ist es ein Würzmittel oder eine Marinade für Salate, Saucen oder Grillfleisch. 

Oxymel und der Bärenwirt

Manuel Ressi ist der Bärenwirt in Hermagor. Er stellt Oxymel natürlich aus regionalen Zutaten selbst her und setzt neben Säure und Süße dabei auf die Schärfe von Chili aus dem eigenen Garten.

Grundrezept: 3 Teile Honig + 1 Teil Essig + Beigaben

Honig bzw. Essiganteil kann je nach persönlichen Vorlieben leicht erhöht bzw. verringert werden (d.h. der Anteil muss nicht grammgenau abgemessen werden).

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