Ich werfe Holzasche nicht weg, sondern nutze ihre wertvollen Inhaltsstoffe für die Hautreinigung und die Gesichtspflege. Klingt komisch, aber es wirkt.

Frau mit Asche im Gesicht

Rita Davidson verwendet Holzasche für die Gesichtspflege. ©bydavidson

Asche auf mein Haupt? Ja bitte! Und auch auf die Zähne. Denn Holzasche ist reich an Kalzium, Magnesium und Kalium. Sie ist steril, desinfizierend und weist zahlreiche gute Reinigungseigenschaften auf. Daher, die Asche im Kamin oder Ofen auskühlen lassen und weiterverwenden.  

Damit wir sie aber verwenden können, sollten wir folgendes beachten: Es ist wichtig, dass sie keine Schwermetalle enthält, daher nur natürliches und unbehandeltes Brennmaterial für die Pflege verwenden. Holzkohle und Grillbriketts, sowie mineralölhaltige Brennmaterialien wie bedrucktes Zeitungspapier, Kartons, Kunststoff etc. sind für die Körperpflege absolut nicht geeignet oder vielmehr strikt verboten.

Der pH-Wert ist wichtig

Bevor wir uns jedoch der Asche als Pflegeprodukt widmen, sollten wir einen kurzen Blick auf ihren pH-Wert werfen. Je nach Geschlecht, Alter, Hautareal etc., liegt der pH-Wert einer gesunden Haut zwischen 4,7 und 5,75. Alles darunter ist sauer, alles darüber ist alkalisch (basisch).  Dieser Wert ist wichtig, damit Mikroorganismen gut wachsen können, die Haut ihren eigenen Säureschutzmantel gut stabilisiert und schützt. Doch leider wird dieser oft durch übermäßige Körperpflege beschädigt und ist daher offen für krankmachende Bakterien. 

Eine basische Körperpflege ist reinigend, regenerierend und hilft bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Schuppenflechte sowie Ekzemen. Eine zu starke basische Pflege, kann jedoch die Haut austrocknen, die Fettschicht entfernen und die Säureschicht zerstören. Holzasche weist einen pH-Wert von 10-13 auf, ist stark basisch und sollte daher bei der Hautpflege mit einem eher saurem oder schützendem Lebensmittel vermengt und nur kurz angewendet werden. 

Reinigende Öl-Aschenmaske für trockene Haut, stabilisierende Joghurt-Aschenmaske für empfindliche Haut 

Erkaltete Holzasche durchsieben und die gröberen Teile entfernen. Ein TL Holzasche mit einem TL hochwertigem nativem Bio-Öl (Traubenkern-, Oliven oder Sonnenblumenöl bzw. was man zu Hause hat) vermengen, kurz ziehen lassen und auf die Haut auftragen. Bei empfindlicher Gesichtshaut würde ich zum Ausgleich etwas „Saures“ nehmen, wie z.B. Joghurt (pH- Wert von 3,9 – 4,6 also sauer). Daher einen TL Holzasche mit einem TL Joghurt verrühren und auf das Gesicht auftragen. Beide Masken maximal fünf Minuten auf der Haut lassen, dann sanft mit einem warmen Waschlappen abwischen. Achtung es kann sein, dass die Haut noch kurz aschfahl wirkt … keine Sorge, das vergeht schnell. 

Drei Schüsseln mit Jogurt, Öl und Asche

Jogurt, Öl und Asche. Die perfekte Gesichtspflege. ©bydavidson

Holzasche ist ein gutes Peelingmittel. Ihr Kalzium und Kalium wirken bei der Talgproduktion mit, helfen bei der Zellproduktion und regulieren den Wasserhaushalt der Hautoberfläche. Magnesium ist bei empfindlicher und trockener Haut wirksam und wirkt entzündungshemmend. Joghurt glättet, regeneriert und ist feuchtigkeitsspendend. Traubenkernöl für jeden Hauttyp geeignet und spendet Feuchtigkeit, Olivenöl ist wirksam gegen Falten und Sonnenblumenöl wirkt beruhigend. 

Holzasche-Zahnpulver

Holzasche als Zahnputzmittel ist eigentlich nichts Neues und wird z.B. noch immer in Indien bei der Zahnhygiene verwendet. Bei uns in Europa ist jedoch diese Anwendung in die Vergessenheit geraten, obwohl sie ganz einfach und effizient ist. Einfach die angefeuchtete Zahnbürste in Asche tunken und wie gewohnt die Zähne damit putzen. Falls es zu befremdlich wirken könnte, dann die Holzasche einfach auf das gewohnte Zahnputzmittel streuen und so damit die Zähne putzen. Auf jeden Fall nach dem Putzen gründlich ausspülen. Asche hat eine polierende Wirkung, ähnlich wie Kunststoffpartikeln also Mikroplastik, in herkömmlichen Zahnpasten. Sie neutralisiert aufgrund ihrer alkalischen Eigenschaft die zahnschädigende Säure im Mund. 

Frau mit Schönheitsmaske aus Lebensmittelresten

Rita Davidson ©Andrea Knura

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