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Und zwar ein fruchtiger mit sehr angenehmer Säure. Im Glas kommt das so gut, dass die heimischen Winzer die 2019er-Weine bereits jetzt ordentlich feiern.

Nur eines der wunderbaren Weinbaugebiete: Burgenland, Leithaberg, Donnerskirchen. © ÖWM / Marcus Wiesner

Im letzten Jahr gab es nach der frühesten Weinlese aller Zeiten viel zu jammern. Die Zukunft von Veltliner & Co  schien alles andere als gesichert und wenig rosig. Dann kam 2019, das Jahr, in dem alles wieder gut wurde. Man erntete zum üblichen Zeitpunkt, ruhig und planvoll. Und selbst das Wetter machte mit. Es war warm, die Trockenperioden führten zu einer guten Traubenreife, die kühlen Herbstnächte sorgten für Fruchtigkeit und gute Säure. Einziges Manko, wenn man so will: die geerntete Menge ist nur durchschnittlich. Das dürfte man dann allerdings Jammern auf hohem Niveau nennen.

Hitze, Gewitter, kein Hagel und ein milder Herbst

So könnte man das Weinjahr meteorologisch zusammenfassen. Allem voran die trockenen, überdurchschnittlich milden Monate Jänner, Februar und März taten dem Wein heuer gut. Das vorjährige Dilemma hatte genau da schon mit Kälteperioden begonnen. Heuer schwellten die Knospen dagegen bei frühen Sorten teils schon Ende März. Dann kam der wechselhafte, aber auch warme April – die Temperaturen lagen 1,5 Grad über dem langjährigen Schnitt. Der folgende kälteste Mai seit 1991 verzögerte die Entwicklung der Reben zwar. Aber genau das hatte auch sein Gutes. Die Weinreben blühten dadurch nämlich zehn Tage später als im Vorjahr, was im langjährigen Schnitt der normale Zeitpunkt war. Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni aller Zeiten –  4,7 °C über dem Durchschnitt seit Beginn der Messungen 1767, war ein Monat für die meteorologischen Geschichtsbücher. Im ebenfalls heißen Juli und August litten Mann, Frau und Wein unter Hitzewellen mit teils schweren Gewittern und sintflutartigen Regenfällen, die glücklicher Weise aber keinen Hagel brachten. Über die Ernte ist bereits alles gesagt. Nur so viel noch: Weil auch die gefürchteten Schlechtwetterfronten ausblieben, brauchte es keine vorzeitigen Lesedurchgänge oder Erntepausen.

Und im Einzelnen? Was sagen die Niederösterreicher und die Burgenländer?

Niederösterreich vermeldet etwas weniger Trauben als 2018 – bedingt durch Hitze und wenig Niederschlag. Die, die es gibt, sind aber vollreif, sehr gesund und qualitativ bestens. Die aktuellen Jungweinverkostungen zeigen einen angenehmen Trinkfluss und eine ausgeprägte Sortentypizität. Der gehaltvolle Charakter wird von einem moderaten Alkoholgehalt unterstützt, die gute Säurestruktur fördert zudem die Fruchtigkeit. Auch im Burgenland ist man happy über die Traubenqualität, wenngleich man hier sogar 30 Prozent weniger Menge verzeichnet. Die Saftausbeute war aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer sehr gering, die Trauben dafür umso intensiver im Geschmack. Die dortigen Jungweine zeigen sich sehr aromatisch und mit einem sehr guten Säuregerüst, das besser als 2018 beurteilt wird.

Was lässt der Jahrgang in der Steiermark und Wien erwarten?

In der Steiermark stieg die Erntemenge. Man hatte als einziges Bundesland im späten Frühjahr ausreichend Wasser. Gesunde Trauben, deren Reife heuer in einem etwas späteren und somit kühleren Zeitraum erfolgte, lassen sehr harmonische, ausgewogene und besonders fruchtige Weine erwarten. Ein klassisch steirischer Jahrgang mit frischer Säure und moderatem Alkoholgehalt wartet auf die Weingenießer. Intensive Aromen nach frisch geerntetem Kernobst wie Apfel, aber auch Zitrusnoten, die durch kühle Nachttemperaturen während der Reifezeit stark ausgebildet wurden, prägen den Steirischen Junker – ein guter Vorbote für den Jahrgang 2019. Bleibt noch die Bundeshauptstadt. Auch da ist die Menge heuer etwas geringer, die Qualität dafür bestens. Der „Junge Wiener“ gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die Weine, die zu erwarten sind: fein, sortentypisch, mit ausgeprägter Trinkigkeit und guter, schön eingebundener Säure.