Hausruck Wagyu, das sind Hubert und Diana Huemer, sieben Kinder und 40 Wagyu Rinder. Edle Tiere, die für ihr besonderes Fleisch berühmt sind.

Frau, Mann eine Wagyu Kuh und ein Wagyu Kälbchen

Diana und Hubert Huemer “Hausruck Wagyu”: “Wir produzieren nicht das Alltägliche, sondern wollen das Besondere alltäglich machen.” ©Andrea Knura

Mann mit Wagyu Stier

Ikarus der Wagyu Stier und Hubert Huemer. ©️Andrea Knura

„Das ist unser Ikarus,“ erzählt mir Hubert Huemer und geht ganz lässig zu seinem Stier auf die Weide. Ikarus freut sich, lässt sich genüsslich kraulen und man könnte sogar vergessen, dass da ein richtig stattlicher Wagyu-Stier steht. Wie das geht? Ein Zuchtkriterium am Hof im Hausruckviertel ist die Gutmütigkeit. „Egal ob es der Stier oder die Kühe sind, die Tiere müssen mich zur Herde und auch zu den Kälbern lassen,“ so Hubert, der die Landwirtschaft mit seiner Frau Diana im Nebenerwerb betreibt. Die Herde, das sind 40 Wagyu-Rinder die viel Weidefläche aber auch einen außergewöhnlichen Stall haben. Schließlich sind Wagyu Rinder eine sehr alte Rasse, die in Japan aus der Region Kobe kommt und auch nur dort als Kobe Rind bezeichnet werden darf. Bei uns ist die edle Rasse als Wagyu bekannt, bei den Huemers in Oberösterreich eben als Hausruck Wagyu. Das Fleisch der Rinder hat eine besonders mürbe Struktur und eine exzellente Marmorierung mit feinen Fettäderchen. Es ist sogar das am stärksten marmorierte Fleisch aller Rinderrassen. Außerdem hat es den geringsten Anteil gesättigter Fettsäuren. „Eine wahre Delikatesse die weltweit Preise erzielt, die wir hier natürlich nicht haben,“ so Huemer lachend.

Noble Rinder, noble Behausung

Aber um nochmal zurück auf den Stall zu kommen. Dieser wurde 2019 mit dem Österreichischen Bauherrenpreis ausgezeichnet. Es ist ein rund 25 mal 15 Meter großes und acht Meter hohes Stabwerk aus massiver Fichte, das in seiner außergewöhnlichen Konstruktionsweise die Charakteristika von japanischem Holzbau und historischen Dachstühlen aus dem Sakralbau, wie sie in Oberösterreich immer wieder zu finden sind, in sich vereint. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde ausschließlich mit natürlichen Materialien gearbeitet. Es ein offener Stall, die Tiere entscheiden quasi selbst ob sie drinnen oder draußen sein möchten. „Wobei, wenn es Futter gibt kommen alle gerne in den Stall,“ so Hubert. 

Josephine die Erste

Zuchtbeginn war 2010, die ersten Wagyu-Kühe war Josephine, Rehlein und Hexe. „Josephine ist übrigens die Mutter von Ikarus, unserem Stier,“ so Hubert nicht ohne Stolz. „Früher hatten wir Fleckvieh, daher ist auch noch eine Kreuzung dabei. Unterteilt ist die Herde in vier Gruppen. Mit zweieinhalb bis drei Jahren kommen die Tier in die „Endgruppe“, da bleiben sie cirka ein Jahr. Je nach Bedarf, also Fleischnachfrage, werden aus dieser Gruppe dann die Tiere genommen. „Bei uns haben die Rinder Zeit und leben ganz natürlich, ohne Intensivmast,“ so Huemer. Er setzt auch auf „kleinere“ Tiere, da diese leichter zu händeln sind, den Boden nicht zu stark belasten und auch leichter in der Verarbeitung sind. Geschlachtet wird bei einem zehn Kilometer entferten Metzger, die Reifung brauchte vier bis fünf Wochen, dann wird das Fleisch zerlegt und entsprechend der Kundenwünsche aufbereitet und verpackt. „Die Tiere haben ein gutes Leben bei uns am Hof, wir müssen sie bestmöglich behandeln, schließlich haben wir die Verantwortung gegenüber der Schöpfung, das gilt auch für ihren letzten Weg,“ sind sich Diana und Hubert Huemer einig.

Tipp: Jetzt schon für Weihnachten bestellen. Die Schlachttermine sind begrenzt.