Die Battle um die gentechfreie Fütterung von Schweinen geht weiter. Diesmal dabei: die heimischen Schweinebauern, die AMA, Greenpeace und Thomas Waitz.

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Wenn die Kritik nicht auf fruchtbaren Boden fällt, marschiert man eben auf.  So kennt man es von NGOs. Und so tat es heute auch Greenpeace, und zwar mit 15 lebensgroßen Schweine-Attrappen beim Ministerrat. Protestiert wurde gegen gentechnisch veränderte Futtermittel aus Übersee, mit denen bis zu 90 Prozent der jährlich 2,5 Millionen geschlachteten AMA-Schweine gefüttert werden.  Einher geht damit die Forderung an Ministerin Köstinger, das Gütesiegel gentechnikfrei zu machen. “Die Konsumenten wissen leider nicht, wenn das Schwein gentechnisch verändertes Futtermittel bekommen hat. Auf der Verpackung steht das nämlich nirgends”, so Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Sebastian Theissing-Matei. Zur Seite springt ihm Thomas Waitz, Biobauer und grüner EU-Abgeordneter, der von einer “Mogelpackung” spricht. Die heimischen Schweinebauern verstehen die Empörung nicht, weil man mit der AMA ohnehin Module entwickelt habe, die den Einsatz von gentechnikfreien Futtermitteln auch bei Schweinefleisch gewährleisten können. Die Teilnahme daran sei aber freiwillig, flächendeckend umsetzbar sei die Sache derzeit nicht.  Ihr schwarzer Peter? Geht an die Konsumenten und ihre “Preissensibilität” beim Schweinefleisch. Fordern, das tun sie auch. Walter Lederhilger etwa “einen Apell von Greenpeace an die Eigenverantwortung der Bevölkerung beim Lebensmittelkauf, da die Fütterung mit europäischem Eiweiß etwas mehr kostet”. Lederhilger ist Obmann des Verbandes Österreichischer Schweinebauern und stellt klar, dass die benötigten Mengen Soja nicht verfügbar seien, sich aber die Fütterung in einer wirtschaftlich vertretbaren Art derzeit sowieso nicht abdecken ließe.

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Der Preis für europäisches Soja sei um bis zu 30 Prozent höher. Zudem habe sich bei regelmäßigen Treffen mit der Schlachtbranche und dem Lebensmitteleinzelhandel schlussendlich ergeben, dass mit den derzeitigen Rahmenbedingungen ein solches Vorhaben als nicht realisierbar eingeschätzt werde. “Das hat sowohl mit der dafür benötigten kontinuierlichen Verfügbarkeit von bestimmten Teilstücken als auch der erforderlichen lückenlosen Beteiligung des Handels zu tun”.  Im Übrigen habe der Kunde schon die Wahl. Bei bereits vorhandenen Markenprogrammen des Lebensmitteleinzelhandels für Schweinefleisch, das “ohne Gentechnik” oder mit europäischem Soja produziert wird sei das Angebot höher, als die Nachfrage. Der Vizepräsident der heimischen Landwirtschaftskammer fügte der Debatte schließlich noch eine Rechnung hinzu: “Die in Österreich erzeugten Schlachtschweine brauchen jährlich rund 200.000 Tonnen Sojaschrot. Die Mehrkosten einer GVO-freien Fütterung betragen auf landwirtschaftlicher Ebene rund 10 Cent pro Kilo, bei Edelteilen beträgt der Preisabstand bis zu 50 Cent pro Kilo, was sich entsprechend in einem höheren Verbraucherpreis wiederfinden müsste. Doch der Markt für Schweinefleisch ist offen. Daher stammt rund ein Drittel der in Österreich verarbeiteten Mengen nicht aus österreichischer Erzeugung”, erklärte Franz Reisecker.

Könnte die Larven der schwarzen Soldatenfliege die Lösung des Problems sein?

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