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Die Stiftung Blühendes Österreich holt die Organisation Ashoka an Bord ihres Naturschutzprogramms Flora, von dem die regionale Landwirtschaft profitiert.

Christian Hatzenbichler: Mäht zusammen mit Jugendlichen “Bergwiesn”, die keiner mehr bewirtschaftet. ©Bergwiesn

Christian Hatzenbichler hat ein besonderes Hobby: Er rettet Bergwiesen. Und damit das Kind einen Namen trägt, hat er die gleichnamige Naturschutz- und Bergbauerninitiative gegründet. Der Verein “Bergwiesn” sorgt dafür, dass artenreiche ein- und zweimahdige Bergwiesen erhalten bleiben. Das ist insofern wichtig, weil die mittlerweile kaum mehr eine Rolle in der landwirtschaftlichen Produktion spielen und sich niemand darum kümmert. Alleine macht Hatzenbichler das freilich nicht. Interessierte Jugendliche unterstützen ihn dabei. So entsteht eine echte Win-Win Situation und es ist nicht überzogen, von einem Vorzeigeprojekt mit überregionaler Wirkung zu sprechen – auch was Freiwilligen- und Jugendarbeit im ländlichen Raum betrifft. So viel Engagement konnte an der Rewe-Stiftung “Blühendes Österreich” nicht vorbeigehen. Die unterstützt seit 2014 mit ihrem Naturschutzprogramm Flora ausgewählte Projekte in den Bereichen Naturschutz und nachhaltige Landwirtschaft und hat sich mit Ashoka – einer Institution zur Förderung und Entwicklung von Social Entrepreneurs, gerade einen neuen Partner an Bord geholt. Ashoka wird die Floras, darunter Bergwiesn, mit seinem Netzwerk und internationalem Know-how in der Weiterentwicklung voran bringen. Bergwiesn hat übrigens schon 2018 beim Vielfalter-Ideencontest den mit 8.000 Euro dotierten Spezialpreis der Stiftung Blühendes Österreich abgeräumt. Der einzige Profiteur der neuen Kooperation ist der Verein aber nicht.

Landschaftspflege par excellence

Ebenfalls unterstützt wird der Landschaftspflegeverein Thermenlinie und der Schafweidebetrieb der Familie Frank aus Niederösterreich. Thermenlinie-Gründerin Irene Drozdowski hat wie Hatzenbichler ein besonderes Ziel. Sie will die letzten offenen, bunt blühenden Weide- und Heidelandschaften sowie Feuchtlebensräume in der Thermenregion im Wiener Becken erhalten. Das ist übrigens ein Gebiet, das zu den Zentren der Artenvielfalt in Europa gehört. In anderen Worten ausgedrückt, leben dort Tiere, die es sonstwo kaum noch gibt. Darunter sind echte Raritäten, wie beispielsweise der östliche Schmetterlingshaft – ein Netzflügler, die Brunners Schönschrecke und die Große Sägeschrecke – zwei Heuschreckenarten, die Gelb-Leinbiene und die endemische österreichische Heideschnecke. Drozdowski will sie alle schützen.

Irene Drozdowski (li) und Manuela Achitz von Blühendes Österreich bei der “Arbeit”. ©Blühendes Österreich/Flora

An ihrer Seite werkt unter anderem die Familie Frank, die den Bioschafhof Sonnleitner bewirtschaftet, der auf den Naturschutzflächen hochwertige Lebensmittel produziert. Schon seit dem Jahr 2008 leben ihre Krainer Steinschafe von April bis November im Biosphärenpark Wienerwald. Sie sind quasi spezialisiert auf die Beweidung dieser ökologisch besonders wertvollen Flächen – die Trocken- und Halbtrockenrasen an der Thermenlinie, ohne die dieser Hotspot der Artenvielfalt im Biosphärenpark gar nicht erhalten werden könnte.

Die Frankschen Schafe beweiden die Flächen von April bis November, im Winter leben sie im Laufstall, ©BPWW/B.Wolff

Wie überzeugend das Natur- und Umweltbildungsprogamm von Irene Drozdowski ist, zeigt, dass mittlerweile 18 Gemeinden wichtige Teile der Aktivitäten des Vereins Thermenlinie bilden. Auf freiwilliger Basis, versteht sich. Der Unterstützung durch Blühendes Österreich und Ashoka kann sie viel abgewinnen. Was konkret? „Ich bekomme – begleitet von Profis – Werkzeuge und wertvolle Kontakte für den Aufbau einer zukunftsfähigen Organisation und lerne ein vielfältiges Team aufzubauen, um Aktivitäten zur Erhaltung der Biodiversität gemeinsam mit den Gemeinden langfristig und nachhaltig in der Region Thermenlinie zu verankern”. Abgesehen davon ist eines für sie klar: “Der Erhalt der heimischen Biodiversität braucht ein Zusammenwirken von Natur- und Umweltbildungsorganisationen, Gemeinden, Schulen, Sozialunternehmern, Medien, Stiftungen, Unternehmen und eines breiten Teils der Bevölkerung.” Wohl wahr.

Über Flora Flora, das Naturschutzprogramm von Blühendes Österreich, wurde 2014 gemeinsam mit BirdLife Österreich ins Leben gerufen. Aktuell fördert es insgesamt 121 landwirtschaftliche Betriebe, Organisationen und Gemeinden beim Schutz und Erhalt wertvoller gefährdeter Lebensräume für Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten. Durch Flora können 570 Hektar wertvoller Flächen gepflegt und geschützt werden. 2018 wurde Flora mit dem Mentoringprogramm von Ashoka erweitert.

Über die Kooperation Blühendes Österreich mit Ashoka Österreich/CEE Ashoka ist die weltweit führende Institution zur Förderung und Entwicklung von Social Entrepreneurs. Mit Blühendes Österreich startet man für ausgewählte Floras ein Programm zur Entwicklung eines ökologischen Wirkungsmodells, einer Organisationsstruktur und eines (hybriden) Geschäftsmodells. Alle Partner entwickeln eine gemeinsame Vision und einen Projektplan für ihre Organisationen in Österreich. Das Konzept Pro Bono wird dabei berücksichtigt und in der Entwicklung implementiert.

http://www.bergwiesn.at

https://www.bpww.at/de/partner/bioschafhof-sonnleitner

https://www.bluehendesoesterreich.at/initiative/die-stiftung/

http://ashoka-cee.org/austria/