Heimischer Paprika hat jetzt Saison und ist in Hülle und Fülle vorhanden. Der Verein Land schafft Leben macht sich auf eine Paprika-Entdeckungsreise. 

Paprika bunt

@ LAND SCHAFFT LEBEN

Paprika ist der milde Gemüsetyp, der bei uns vor allem in seiner bauchig runden Blockform bekannt ist. Wer nur im Supermarkt einkauft denkt bei Paprika sofort an eine Ampel. Also rot, gelb, grün gemeinsam in einer Verpackung. Und damit hat sich unser Paprikawissen auch schon. Dabei ist Paprika so vielfältig in Form, Farbe und Geschmack wie kaum ein anderes Gemüse. Austrosaat hat alleine über 80 Sorten im Angebot. Als Chili, Jalapeño, Pfefferoni oder Piri Piri ist der Paprika unangefochtener Regent über das Reich der Schärfe und wartet mit schier unübersehbarer Vielfalt in Farbgebung und Geschmack auf.

Pro Jahr essen wir etwa 5 Kilo Paprika. Damit landet das knackige Fruchtgemüse hierzulande unter den Top Five der beliebtesten Gemüsesorten, noch vor Salat und Zucchini. Die hauseigene Produktion deckt aber nur etwa ein Drittel des Bedarfs. Zwei von drei in Österreich verzehrten Paprika werden also importiert. Das liegt hauptsächlich daran, dass Paprika, wie Tomate und Gurke längst zum Ganzjahresgemüse avanciert ist. Der ganzjährigen Nachfrage kann Österreich aber nur über den geschützten Anbau im Glashaus oder Folientunnel entgegenkommen. Doch selbst im Glashausanbau, der mengenmäßig das Gros der heimischen Produktion ausmacht, geht hierzulande im Winter nichts. Die internationale Ware ist zudem oft entschieden billiger am Weltmarkt zu haben, was die heimische Produktion in Zugzwang bringt.

Die Hauptmenge des österreichischen Paprika wird nach dem sogenannten holländischen System erdelos im Glashaus angebaut. Dieser energieintensive Anbau wird aus ökologischer Sicht kritisiert, erhöht sich dabei doch der CO2-Fußabdruck erheblich. Die Gemüsebranche weist angesichts dieser Kritik darauf hin, dass nur in dieser Intensivvariante eine nennenswerte Selbstversorgung durch das Jahr möglich sei. Das heimische Erntefenster verlängert sich, was auch der saisonunabhängigen Nachfrage von Konsumenten nach heimischem Gemüse entspricht. Im spanischen „Mar del Plástico“  (Plastikmeer) reift die Hälfte aller in Europa produzierten Paprika unter andalusischer Sonne und oft hinterfragenswerten sozialrechtlichen Produktionsbedingungen heran. Von hier aus bedient und beherrscht Spanien den europäischen Paprika-Markt, auch den heimischen.

Spätestens zur Hauptsaison aber, wenn der Tisch mit ausreichend österreichischer Ware gedeckt werden könnte, sollte der Griff zur internationalen Importware überdacht werden. Von diesen Fragen unberührt behauptet der Paprika-Freilandanbau seine 3 Prozent-Nische in den heißesten Regionen Österreichs wie dem burgenländischen Seewinkel. Hier ist der Spitzpaprika zu Hause und hat eine lange Tradition. Er ist etwas süßer als der typische Blockpaprika, hat eine dünnere Haut und es gibt verschiedene Arten von Spitzpaprika. Manche gehören zum Beispiel zu den Capia-Paprika, andere zählen wiederum zu den Ramiro-Paprika. Geschätzt wird der Spitzpaprika vor allem für seine Optik. Früher wurde er zu Pulver verarbeitet, heute wird er meist als roter Spitzpaprika angeboten. In der Küche wird er heutzutage sowohl frisch als auch gekocht verwendet.

Heimische Produzenten lieben Paprika und seine Vielfalt. Vom Aufstrich über Nudel bis hin zum Edelbrand überraschen sie mit großartigen Produkten auch bei uns auf bauernladen.at

Sie wollen mehr über den Paprikaanbau in Österreich erfahren? Land schafft Leben zeigt auf seiner Webseite in ausführlichen und leicht verständlichen Texten sowie in kurzweiligen Video-Episoden, wie Paprikaanbau in Österreich funktioniert.