Brotreste gibt es in jeder Küche. Sie sind die perfekte Basis für viele Gerichte wie Knödel, Suppen, Salat und auch Süßes.

Schnell frisches Brot kaufen. Und das alte, also das von Gestern? Nicht wegwerfen, sondern upcyceln lautet die geschmackvolle Devise. Zugegeben ist es immer mit ein wenig „Arbeit“ verbunden. Brotreste müssen zuerst klein geschnitten oder getrocknet zu Bröseln verarbeitet werden. Dergestalt aufbereitet gibt es jedoch unzählige Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. 80 Prozent des Brotaromas stecken übrigens in der Kruste. Deshalb werden Brösel beim Brotbacken auch wieder mit in den Teig eingearbeitet. Das macht das Brot aromatischer und gibt ihm Feuchtigkeit. Grundsätzlich ist zwischen Weißbrot und würzigem Schwarzbrot zu unterscheiden. Ersteres ist geschmacksneutraler und schneller weich, zweiteres schmeckt unnachahmlich würzig und ist in der Weiterverarbeitung fester in der Konsistenz. Brösel sind ein Muss in der Küche: Sie geben Füllungen und Faschierten die richtige Bindung. Der Klassiker aus Weißbrotresten sind Knödel in allen Varianten: Semmelknödel einfach oder auch mal mit Apfel und Maroni zu dunklem Fleisch oder Wild, Tiroler Knödel mit Speck, Spinatknödel, Böhmische Knödel luftig mit Germ, … Schwarzbrot, Zwiebel, Schweineschmalz – oder Butter, Majoran, Kümmel, Knoblauch und Wasser. Aus diesen Zutaten wird wiederum eine köstliche Brotsuppe.

So werden aus altbackenem Brot knusprige Chips

Backofen auf 200 °C vorheizen. Olivenöl mit Knoblauch, Salz, Pfeffer und Kräutern verrühren. Brot in dünne Scheiben schneiden und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. Das Kräuteröl gleichmäßig auf den Brotscheiben verteilen und im vorgeheizten Backofen 10 Minuten rösten, bis die Brotchips knusprig sind. Dazu ein Glas Wein. Wunderbar!

Süße Überraschung

Und dann gibt es da noch die süßen Überraschungen, die aus Brotresten gezaubert werden können. Einfach, schnell und bekannt ist der Scheiterhaufen. Für viele pure Kindheitserinnerung hat er doch großes Potenzial. Weißbrot in Scheiben oder Würfel geschnitten, in Milch/Ei/Zucker  getränkt und in Schichten mit feinem säuerlichen Apfel und Zimt aufgetürmt um schließlich mit einer süßen Schneehaube gekrönt gebacken zu werden. Für den Tessiner Brotkuchen wird altbackenes Weißbrot klein geschnitten, mit heißer Milch übergossen. Nach ein paar Stunden wird diese Masse aufgemixt und mit Zucker, Ei, Kakao Rosinen, Zedratzitronen oder Äpfeln sowie Grappa vermengt. Zum Schluss Pinienkerne darüber streuen und backen. Diese Torta di pane muss dann noch zwei Tage ruhen, am besten in Folie eingeschlagen. Erst dann schmeckt sie richtig gut! Aus altem Schwarzbrot, Sauerkirschen, Topfen und Schlag kann man Schicht für Schicht eine Götterspeise zaubern. Nicht zu vergessen ein Klassiker der Österreichischen Küche: Marillenknödeln mit Butterbrösel oder auch der Apfelstrudel, der für die Füllung Brösel braucht. Altes Brot wird – zusammen mit den richtigen Zutaten – zum köstlichen Dessert. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Aus Brotresten, Milch, Zucker, Butter, Eiern und Früchten wird ein wunderbar süßer Auflauf.