Kernöl auch aus Tradition
Kernöl wird das ganze Jahr über laufend frisch gepresst. Was man noch über richtig gutes Kürbiskernöl wissen sollte? Wir fragen Christian Lugitsch.

Für Christian Lugitsch ist Kürbiskernöl weit mehr als ein Lebensmittel – es ist täglicher Begleiter. „Ich esse jeden Tag©️Christian Lugitsch, Rudolf Lugitsch KG
Wer sich der Lugitsch Mühle in Feldbach nähert, riecht sie oft schon, bevor man sie sieht: ein intensiver, röstig-nussiger Duft liegt in der Luft. „Wenn man weiter entfernt ist, scheint der Geruch intensiver, am Mühlengelände selbst ist der Geruchsinn dann schon etwas abgestumpft“, erzählt Christian Lugitsch. „Mit diesem Geruch bin ich aufgewachsen.“ Es ist ein Aroma, das an frisch gebackenes Brot erinnert, warm und einladend. Radfahrer auf dem vorbeiführenden Radweg bleiben nicht selten stehen und sagen: ‚Ma riachts do guat.‘
Kernöl aus Tradition
Seit 1909 wird in der Lugitsch Mühle traditionelles steirisches Kürbiskernöl hergestellt – Tag für Tag, das ganze Jahr über. „Was viele Konsumenten nicht wissen: Kürbiskernöl wird nicht einmal jährlich gepresst wie Olivenöl, sondern laufend frisch“, erklärt Lugitsch. Nach dem Pressen braucht das Öl rund 14 Tage Ruhezeit, erst danach wird es abgefüllt. „Den optimalen Geschmack hat es ab zwei Wochen bis etwa sechs Monate. Ganz frisch ist es eher schmalzig, später baut sich das Aroma langsam ab.“ Kürbiskernöl ist ein Naturprodukt – ohne zusätzliche Behandlungen. Umso wichtiger ist der richtige Umgang damit. „Der größte Feind des Öls ist das Licht, nicht die Temperatur“, betont Lugitsch. Zimmertemperatur sei kein Problem, Sonne hingegen schon. „Ein klassisches Beispiel: Grillfest, das Kernöl steht in der Sonne – der Salat schmeckt plötzlich bitter.“ Auch beim Erhitzen gilt Zurückhaltung: Für eine Kernöleierspeise ist es geeignet, ein Schnitzel darin auszubacken hingegen nicht.
Unser Kürbiskernöl bewahren Sie am besten dunkel und bei Temperaturen zwischen 8 und 18 Grad Celsius auf, da Sonnenlicht und Kunstlicht das Aroma beeinträchtigen können.”
Für Christian Lugitsch ist Kürbiskernöl weit mehr als ein Lebensmittel – es ist täglicher Begleiter. „Ich esse jeden Tag Kernöl: im Salat, mit gekochtem Karfiol, Bohnensalat, als Kürbiskernaufstrich oder in sauren Marinaden. Es kommt täglich auf den Tisch.“ Trotz seines Fettgehalts sei es ein ausgesprochen gesundes Fett, reich an wertvollen Fettsäuren.
Kürbiskernöl: Ein gesundes Fett
Dass Kürbiskernöl einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten kann, ist wissenschaftlich belegt. Eine Studie des Instituts für Biochemie der TU Graz zeigt, dass steirisches Kürbiskernöl besonders wirksam im Schutz vor freien Radikalen ist – sogar stärker als viele andere Speiseöle. Diese aggressiven Moleküle spielen eine Rolle bei Alterungsprozessen sowie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bemerkenswert ist zudem der Gehalt an wasserlöslichen Antioxidantien, die noch wirksamer sind als Vitamin E. „Die traditionelle Herstellung ist hier entscheidend“, erklärt Lugitsch. „Durch das Pressverfahren bleiben diese wertvollen Inhaltsstoffe in hoher Konzentration erhalten.“
Der Kürbis im Klimawandel
Der Blick in die Zukunft zeigt jedoch auch Herausforderungen. Der Klimawandel verändert den Kürbisanbau spürbar. „Kürbis mag es warm und trocken, aber nicht zu trocken“, sagt Lugitsch. Längere Hitzeperioden ohne Regen setzen den Pflanzen zu. Gleichzeitig verschieben sich die Anbaugebiete nach Norden – heute wird erfolgreich in Oberösterreich oder im Waldviertel angebaut, Regionen, die vor 40 Jahren undenkbar gewesen wären. Die Lugitsch Mühle arbeitet daher mit Vertragsbauern aus verschiedenen Regionen zusammen, um Qualität und Versorgung langfristig zu sichern.
Vielleicht ist genau jetzt, zum Start ins Jahr 2026, der richtige Moment für einen bewussten Vorsatz: hochwertige Lebensmittel gezielt auszuwählen. „Jede Kaufentscheidung ist auch eine Entscheidung für die eigene Gesundheit“, sagt Christian Lugitsch. Und manchmal beginnt dieser Vorsatz ganz einfach – mit einem dunklen steirischen Kürbiskernöls, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch gut tut.



