Prämiertes steirisches Kürbiskernöl wächst nicht einfach so am Acker. Qualität zu bieten ist eine Entscheidung, an der man bei Ja-Kernöl „stur“ festhält.

Anita, Josef und Philipp Reiter-Haas von Ja-Kernöl setzen auf Herkunft Südsteiermark als Qualitätsmerkmal.©Andrea Knura

Es ist wieder vollbracht: Die Öl-Kürbise in der Südsteiermark sind weitestgehend geerntet. Damit ist aber nur die Basisarbeit für das bekannte Naturprodukt „Steirisches Kürbiskernöl“ getan. Bis aus dem Samenkorn ein prämiertes Kürbiskernöl wird braucht es Zeit, das richtige Wetter und ehrliche Verarbeitung. Philipp Reiter-Haas und seine Eltern Anita und Josef verfolgen, wie jedes Jahr, ein hohes Qualitätsziel: „Alljährlich wird unser Kürbiskernöl von einer strengen Fachjury auf Geschmack-Geruch-Aussehen-chemische Zusammensetzung überprüft und verkostet. Seit dem Jahr 2002 wurden wir durchgehend von der Prüfungskommission ausgezeichnet und sind stolz, dass wir unser erzeugtes Steirisches Kürbiskernöl unter dem Titel „prämiertes“ Steirisches Kürbiskernöl an unsere Kunden verkaufen dürfen.“

Am Anfang ist der Kern

Gesät wird meist Ende April. Ende Juni sind dann die Bienen und Hummeln zum Bestäuben der Blüten im Einsatz. Und bald darauf entwickeln sich aus den abfallenden goldgelben Blüten erste kleine Kürbisfrüchte. Diese verändern sich farblich von hellgrün zu dunkelgrün und zur Erntezeit zeigt sich eine reife Frucht in beachtlicher Größe und leuchtender grün-gelb Streifenzeichnung. 

Die Ernte erfolgt auch bei Ja-Kernöl meist maschinell. „Handarbeit hört sich zwar sehr romantisch an, ist sie aber nicht: Am Feld hocken, Kürbise öffnen, Kerne rausnehmen und waschen. Das sind zu viele Handgriffe, die besser, effizienter und vor allem kostengünstiger von Maschinen erledigt werden,“ ist Phlipp überzeugt. Denn: „Die Qualitätsarbeit kommt danach. Die Kerne werden schonend auf eine Restfeuchtigkeit von rund sechs Prozent getrocknet. Danach werden sie nochmals gereinigt, in Papiersäcke verpackt und gelagert. Gepresst wird dann nach Bedarf. „So ist das Öl immer frisch, denn die Haltbarkeit ist auch bei diesem Naturprodukt beschränkt. Die Kerne werden in der Ölmühle fein vermahlen, gesalzen, schonend geröstet und ausgepresst. Danach müssen sich die Schwebstoffe absetzten, erst dann kann das Öl in Flaschen abgefüllt werden.

Vom Umgang mit dem grünen Gold

Die Haltbarkeit beträgt rund neuen Monate, wenn die Flasche gut verschlossen ist und lichtgeschützt aufbewahrt wird. Die optimale Lagertemperatur liegt bei ungefähr 15 Grad Celsius. Nach dem Öffnen der Flasche sollte das Öl innerhalb von drei Monaten verbraucht werden. Im Kühlschrank verliert Kernöl sein Aroma. Vor Verwendung muss man es bei Raumtemperatur stehen lassen, damit es sich wieder erholt. Über die Besonderheiten von Farbe und Geschmack beim Steirischen Kürbiskernöl gibt es viele Diskussionen. Zu unterschiedlich und vielfältig sind die Eindrücke die am Gaumen und in der Nase entstehen können. „Doch eines sei gesagt: wurden die Kürbiskerne nicht schonend genug verarbeitet oder sollten geschälte Kürbiskerne verwendet worden sein, dann erkennt man dies sofort“. 

Was unterscheidet Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. von herkömmlichen Kürbiskernöl?

Für herkömmliches Kürbiskernöl dürfen Kerne verwendetet werden die in aller Welt produziert worden sind, d.h. hier ist die Nachvollziehbarkeit der Kernherkunft nicht gegeben. Beim Steirischen Kürbiskernöl g.g.A jedoch kann anhand der fortlaufenden Banderolennummer sogar rückverfolgt werden, aus welchem geschützten geografischen Anbaugebiet die Kern-Rohware stammt. Wenn andere Pflanzenöle zum Kürbiskernöl zugesetzt werden, dürfen diese nicht mehr als Kürbiskernöl ausgepriesen werden, sondern müssen als Misch- oder Salatöl deklariert werden. www.lebensmittelbuch.at

Experten wie Familie Reiter-Haas geraten bei der Beschreibung des Geschmacks ins Schwärmen: Ein Duett aus tiefgrüner Farbgebung mit rötlichen Reflexen – so spiegelt sich Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. wider, wenn es auf einem weißen Teller geschwenkt wird. Ein Duett aus Nuss und feinen Röstaromen, die an frische Brotrinde erinnern, findet man am Gaumen. Die Kerne werden aber nicht nur zu Kernöl verarbeitet. Auch als Likör, Schokolade oder Pesto kann man sie genießen. Aber probieren sie es doch selbst.

Tipp: Bei Ja-Kernöl gibt es auch Apfelsaft, Rapsöl, Dinkelmehl und Käferbohnen. Alles aus eigener Erzeugung. Und alles auch ab Hof im kleinen Laden.

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