Was Tanja braucht wächst in ihrem Garten. Über 30 Kräuter und Blüten werden zu Sirup, Tees, Gewürzen, Essig und Öl. Und dann sind da noch Norberts Bienen.

Getreu dem Motto “Natürlichen Genuss erleben”, ist es für Tanja und Norbert Moser (Kräuter- & Honigmanufaktur Moser) oberste Priorität im Kreislauf der Natur zu arbeiten. ©Andrea Knura

Kräuter- & Honigmanufaktur Moser in Stetteldorf am Wagram. Die Bezeichnung Manufaktur haben Tanja und Norbert Moser ganz bewusst gewählt. Tanja lebt als Kräuterpädagogin für den Garten. „Wir bauen alles selbst an, kümmern uns bewusst um die Pflanzen ganz ohne chemische Dünge- oder Spritzmittel.“  Norbert ist Imker in 3. Generation. Bereits in seiner Kindheit drehte sich alles um Bienen und um qualitativ hochwertigen Honig. „Noch heute habe ich die Tage an denen meine Großeltern den Honig geschleudert haben, als eine Art Feiertag in Erinnerung. Es war für mich immer schon klar, die Imkerei weiter zu führen und so einen wichtigen Beitrag für unsere Biodiversität zu leisten,“ erzählt Norbert.

Die Rosen zählen zu den wichtigsten Zutaten in Tanja Mosers “Kräuterküche”. ©Andrea Knura

Bei 30 °C vorsichtig entfeuchtet

„Getrocknet wäre zu radikal,“ meint Tanja. Deshalb werden die händisch geernteten Kräuter und Blüten bei niederer Temperatur vorsichtig entfeuchtet. Dieses sehr schonende Verfahren gewährleistet, dass Farbe und Aroma erhalten bleiben. „Wir ernten übrigens auch nur, wenn es am Vortag nicht geregnet hat,“ erzählt Tanja. Die Ernte ist Familienangelegenheit. Ringelblumen pflücken, Rosen schneiden, Liebstöckel und Salbeiblätter zupfen, … . Für das beliebte Wagramer Küchensalz werden Liebstöckel, Salbei, Brennessel, Oregano, Estragon, Rosmarin und Thymian mit Ursalz – das nicht aus Niederösterreich kommt – vermischt. „Auf unseren Kräuteräckern am Wagram wachsen so viele kultivierte Kräuterarten. Ein Teil der würzigen Kräuter kommt in unser „Wagramer Küchensalz“ und soll ein von Herzen kommendes Dankeschön an unsere fruchtbaren Böden sein, die uns täglich mit wertvollen Kräutern und Blüten versorgen.“

Für vollen Geschmack

Für Produkte wie das Bärlauchpesto verlässt Tanja den Garten natürlich. Der hohe Qualitätsanspruch bei der Herstellung bleibt jedoch. Öl, Bärlauch und Salz wird vermischt, aber nicht erhitzt. So bleibt der volle Geschmack und auch das intensive Grün erhalten. Am liebsten mag Tanja aber die Sirupherstellung. „Die Herausforderung ist der Zuckeranteil, den wir so gering wie möglich halten, denn die Hauptzutat ist der Kräuterauszug, Zucker lediglich der natürliche Geschmacksverstärker.“ Und die Bienen? „Den Nektar für unsere Honigsorten Akazienhonig, Frühjahrsblütenhonig und Sommerblütenhonig sammeln unsere Bienen am Wagram, einem Höhenzug nördlich der Donau im Weinviertel. Den Nektar und Honigtau für die Sorten Blüten-Waldhonig und Lärchenhonig erhalten wir aus dem wunderschönen Dunkelsteiner Wald, einem Waldgebiet in Niederösterreich südlich der Donau zwischen Krems und Melk,“ kommt Norbert ins schwärmen. Er imkert ökologisch, stellt die Holzzargen selbst her und züchtet die Königinnen. Mehr darüber im Frühling, wenn ich Norbert zu seinen Carnica-Bienenstöcken begleite..