Leidenschaft für die Landwirtschaft und Kürbiswissen sind Voraussetzung. Bestes Kernöl braucht aber auch innovative Technik, weiß Martin Pechtigam.

Familie mit Kleinkind am Kürbisacker

Lea und Martin Pechtigam mit dem jüngsten Spross Paul, der ebenfalls den Kürbis haben will. ©Andrea Knura

Gemeinde Mettersdorf am Saßbach, Südsteiermark. Für Martin Pechtigam ist es natürlich die beste Region um Kürbisse in Fruchtfolge mit Mais, Gerste und Hirse anzubauen. Er bewirtschaftet eine Fläche von 75 Hektar innherhalb von fünf Kilometern. Das Klima ist gut, Unwetter gab es auch in diesem Sommer keine, der Boden ist, im Gegensatz zu anderen Regionen, weniger warm und weniger “schotterig”. Der Kürbis folgt im Anbau auf den Mais was natürlich Sinn macht, wie Martin erklärt. „Der Kürbis wird bei mir immer nach Mais angebaut, also Maisstoppeln mulchen und danach pflügen. Stimmt dann im April die Bodentemperatur, wird der hofeigene Dünger ausgebracht, mit der Ackerschleppe eingearbeitet, die Bodenstruktur mit der Kreiselegge nachgebessert, dann das Saatgut in einer Tiefe von drei bis vier Zentimetern mit einem Reihenabstand von 70 mal 70 cm angebaut. “Wenn die Gülle im April auf die Felder ausgebracht wird, ist das Zeitfenster eng. Schon am nächsten Tag muss angebaut werden da sich der wichtige Stickstoff sonst schnell verflüchtigen würde.”

Seit jeher kongenial: Kürbis und Schweine

Der hofeigene Dünger, also Mist, kommt aus der Schweinehaltung. „Schon 1989 begannen die Eltern Margit und Karl im kleinen Rahmen mit der Direktvermarktung und legten somit den Grundstein für den heutigen Betrieb. Seit jeher haben sie Wert auf artgerechte Tierhaltung, naturnahes Bewirtschaften der landwirtschaftlichen Flächen und auf eine qualitativ hochwertige Verarbeitung vom Schwein gelegt.“ Heute kümmert sich vor allem Martins Frau Lea um die Vermarkung der Produkte, also Fleischwaren und „Das beste vom Kürbis“.

Erfolgsgeheimnis

Um sicher zu stellen, dass sein Kürbiskernöl richtig gut wird hat Martin ein Erfolgsgeheimnis. Er verwendet zu 100 Prozent eigene, reife dunkle Kerne aus später Ernte. Selbst auf die Trocknung wird viel Zeit und Technik verwendet. „Achtsam und unter ständiger Kontrolle werden die Kerne in einer hochmodernen Trocknungsanlage auf die ideale Endfeuchte getrocknet. Eine angepasste Trocknung sichert die Kernqualität! Gelagert werden die Kerne dann bei 13 bis 15 Grad. Mindestens einmal im Monat wird gepresst. Cirka zweieinhalb Kilo Kürbiskerne werden für einen Liter bestes Pechtigam’s Kürbiskernöl benötigt. „Bei der Pressung werden unsere Kürbiskerne gemahlen und dann schonend geröstet und schließlich gepresst. Der Rest ist Betriebsgeheimnis“, so Martin lachend. Pechtigam‘s Kürbiskernöl wurde schon vielfach ausgezeichnet. Es ist ein unverwechselbares und naturbelassenes Qualitätsprodukt mit einzigartigem Wiedererkennungs- und Genusswert.

Kürbiskernöl richtig lagern

Kürbiskernöl sollte bei konstanter Raumtemperatur, fern von Wärme- und Lichtquellen (dunkel, keine Sonneneinstrahlung), in sauberen Räumen aufbewahrt werden. Von einer Lagerung bei Kühlschrank- und Minustemperaturen wird dringend abgeraten, da sich hierbei ein bleibender Niederschlag in der Flasche bilden kann – vor allem längere Transporte im Winter sind ein Risiko.

Gemeinsam mit zwei jungen Kollegen hat Martin Pechtigam das Lohnunternehmen DGM-Agrar gegründet.

Jonas und Fabian Pechtigam lieben Kürbis vor allem auch zum “Putzer” Schnitzen. Halloween kann kommen. ©Andrea Knura