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Auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden widmet man sich gerade dem Handel mit Lebensmitteln als globales Spiel und beleuchtet die Hintergründe.

Die komplexe Logistik hinter den immer verfügbaren Lebensmitteln ist eines der Ausstellungs-Themen. ©Dieter Nagl

Wollten Sie schon immer mal wissen „Warum die Welt isst, wie sie isst?“. Dann sollten Sie jetzt einen Ausflug nach Schloss Hof und Schloss Niederweiden ins Auge fassen. Dort wird nämlich seit dem Wochenende die gleichnamige Ausstellungsreihe unter dem aktuellen Schlagwort „Das Spiel mit dem Essen“  fortgesetzt. „Handel & Logistik“ ist dabei das Thema auf Schloss Hof.  Und schon die temporäre, begehbare Ausseninstallation zeigt, dass der Handel mit Lebensmitteln ein globales Business ist, bei dem Waren quer über den Globus befördert werden. Etwa in 40.000 Containerschiffen, die gerade auf den Weltmeeren mit Waren aller Art unterwegs sind –  Containerhäfen sind längst zu wichtigen Drehkreuzen im internationalen Handel geworden. Im Schloss spannen historische Handelswege dann den Bogen zu modernen Logistikzentren und globalen Handelsrouten. Die bestätigen einmal mehr, welch weite Reise häufig hinter den Lebensmitteln steckt und dass genau das unser Klimaproblem anfeuert. Fündig wird aber auch,  wer emissionsfreie Optionen des Warentransport und alternative Konzepte zum Supermarkt sucht, hinter denen eine “grüne” Logistik steckt – sprich ein regionales, saisonales Angebot. Außerdem Thema: Nahrungsmittel als Spekulationsgut. In diesem Teil der Ausstellung klärt sich, welche Auswirkungen Nahrungsmittelbörsen auf die weltweite Versorgung haben und warum aus Wasser “blaues Gold” wird. Was noch bleibt? Das Thema Transparenz. Was das betrifft, dreht sich alles um den “gläsernen Konsumenten”, der dem Einzelhandel einerseits persönliche Daten zur Verfügung stellt – Stichwort Einkaufsverhalten, Produktpräferenzen und Bewegungsmuster, auf der anderen Seite aber auch selbst Transparenz fordert, die mit einem Gütesiegel-Dschungel einhergeht.

Von der Greißlerei zum Hightech-Supermarkt

Auf Schloss Niederweiden reist man derweil. Und zwar unter dem Motto „Von der Greißlerei zum Hightech-Supermarkt” in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Lebensmittelkaufs. Eines der Highlights ist dabei eine ausgestellte originale Greißlerei um 1900. Anhand der wird klar, wie ein Einkauf früher ablief und dass man in der Gemischtwarenhandlung nicht nur einkaufte, sondern dort auch sein Sozialleben pflegte.

Auf Schloss Niederweiden gibt es einen Original Greißlerladen zum Bestaunen. ©Dieter Nagl

Während man auf die persönliche Bedienung wartete, plauschte man mit Nachbarn und Bekannten. Und war am Monatsende nichts mehr im Börserl, ließ man einfach anschreiben. Heute sind Selbstbedienungssupermärkte Alltag und Anschreiben passé. Allerdings  ist diese Art des Einkaufs historisch noch jung. Während es in Europa Supermärkte erst seit rund 70 Jahren gibt – in Österreich eröffnete der erste SB-Supermarkt, der Konsum, 1950 in Linz – blickt Amerika bereits auf ein Jahrhundert Supermarktgeschichte zurück. Dort wurde das Konzept 1916 geboren und begann in den Folgejahren den Einzelhandel weltweit zu revolutionieren. Heute stehen wir vor einer neuen Revolution, die auch Ausstellungsthema ist. Und die heißt Einkaufen mit einem Klick samt Lieferung direkt vor die Haustüre oder gekühlte Abholstationen. Doch es gibt ungeklärte Fragen, die mit dem Supermarkt-Einkauf im digitalen Zeitalter einhergehen, wie etwa: Werden Supermarkt-Kassierer in Zukunft komplett von Selbstscanner-Kassen abgelöst? Und wird sich das Konzept von Amazon Go, einem kassenlosen Supermarkt, durchsetzen?

http://www.schlosshof.at