Der Sage nach blieb die Rose nach dem ersten Morgenrot auf der Erde zurück. Was für ein schöner Gedanke! Das finden auch viele heimische Produzenten.

Rosenstrauch

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Was sie aus den Rosenblüten zaubern? Sirup, Salz, Zucker, Essig oder Pfeffer, Honig, Cremen und Seifen mit dem Duft und der heilenden Essenz der Rose, … . Gutes für den Gaumen, sinnlich Duftendes für die Nase und die Haut. Schon seit jeher werden Rosen „angebaut“. Nicht nur ihrer Schönheit willen, sondern um die Rosenblätter zu trocken oder Duftstoffe aus den Blüten zu gewinnen. Zentralasien wird als die ursprüngliche Heimat der Rose angesehen. Von dort stammen die frühesten Funde. Die älteste bildliche Darstellung, nämlich Rosen in ornamentaler Form, stammt aus dem Haus der Fresken nahe Knossos auf Kreta (das “Fresko mit dem blauen Vogel“ ist 3500 Jahre alt). Auch im alten Ägypten war die Rose der Liebesgöttin Isis geweiht. Um 600 vor Chr. hat die griechische Dichterin Sappho die Rose als Blumenkönig besungen und Rosen blühten schon in den berühmten hängenden Gärten von Babylon.

Von der Römische Blütezeit zur lasterhaften Blume

Auf dem Handelsweg erreichte die Rose das Römische Reich und erreichte dort im wahrsten Sinne des Wortes eine Blütezeit. Sie wurden auf Feldern großflächig kultiviert und für unterschiedlichste Zwecke, etwa als Glücksbringer oder als Schmuck verwendet. So fand sich die Rose im Mittelalter plötzlich als Symbol von Genusssucht und Laster wieder. Der Anbau von Rosen war nach einer Verordnung von Karl dem Großen im Jahre 794 nur mehr in Klostergärten erlaubt. Zu den wichtigsten gehörte die Apothekerrose (Rosa gallica ‚Officinalis’): Von ihren Blütenblättern über die Hagebutten und Hagebuttensamen bis hin zur Rosenwurzelrinde sollten die verschiedenen Bestandteile der Rose gegen Entzündungen an Mund, Augen und Ohren helfen sowie das Herz stärken, die Verdauung fördern und Kopf-, Zahn- und Magenschmerzen lindern. Sehr lange behauptete sich die Rose also schon in der Naturheilkunde und ist auch aus der Naturkosmetik nicht wegzudenken. 

Die moderne Rose

Um 1790 Jahrhundert brachten Seefahrer  die elegante und exquisite Teerose aus China nach Europa. Diese blühte im Gegensatz zur europäischen Rose vom Frühsommer bis zum Spätsommer mehrfach oder gar dauerhaft. Durch Kreuzungen entstanden dann die ersten modernen Rosen – Teehybriden. Anfang des 19. Jahrhunderts fing man vor allem in Frankreich an, mit gezielten Experimenten neue Rosen zu erschaffen. Heute gibt es weltweit ca 10.000 bis 30.000 Rosensorten.

So viele Namen, Sorten und Farben

Und diese Vielfältigkeit muss beim Namen genannt werden. Edith Piaf, Buffalo Bill, Hera, Hermes, Aphrodite oder Maire Antoinette. Aber auch mit Liebesnamen hat man sie bedacht – Kussröschen, alte Liebe, weiße Hochzeit, Belle Amour, Coup de fordre, Liebestraum, Romanze …Sie ist eine Wild-, Duft- Moos- oder Hagebuttenrose. Wenn sie sich am Gartenmäuerchen hochzieht, wird sie zur Kletterrose. Die soll dem Volksmund nach übrigens der Teufel erschaffen haben, um an ihren Stacheln in den Himmel zu steigen. Auch ihr Blütenkleid ist alles andre als monoton. Das Farbspektrum reicht von dunkelrot, zart rosa, leuchtend gelb, cremefarben, pinkrot, aprikot, blau oder mehrfarbig… sie ist langstielig, dann wieder winzig, kleinblättrig, buschig oder edel. Meistens trägt sie stolz ihre Stacheln, sie kann aber auch ganz ohne. Wahrscheinlich um dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen. Somit wird Gertrud Steins viel zitierte Gedichtzeile, 

„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…“ ,

die sich ursprünglich auf eine Frau Namens Rose bezog, heute aber als Hinweis dafür steht, das Dinge einfach das sind, was sie sind, nicht mehr und nicht weniger … dieser Vielfalt der Rose eigentlich nicht wirklich gerecht.

Rosiges Wissen:

  • Die Rose gehört zur Gattung der Rosengewächse (Rosaceae), zu dessen Familie auch viele Obstbäume zählen. Sie wächst weltweit, vor allem aber auf der Nordhalbkugel.
  • In Nordamerika wurden fossile Rosenfunde freigelegt, die ein Alter von 25 Millionen Jahren aufweisen.
  • „Dornröschen“ müsste eigentlich „Stachelröschen“ heißen. Denn Rosen haben keine Dornen, sondern Stacheln, die von der Rinde der Triebe gebildet werden. Sie lassen sich leicht abbrechen und dienen zum Schutz gegen Tierfraß.
  • Die Rose lebt in einer unterirdischen Lebensgemeinschaft mit einem Pilzgeflecht names Mykorrhiza. Dieses ummantelt die Feinwurzel der Rose und diese wird dadurch besser mit Wasser und mit Nährstoffen versorgt.
  • Rosen sind symbolkräftig – es liegt wohl an ihren Blüten und den Stacheln – warum so viel Unterschiedliches in sie hineininterpretiert wurde: Schönheit, Leidenschaft und ewige Loyalität. Liebe, Freude, Unschuld, Verschwiegenheit, verlorene Unschuld, Schmerz Vergänglichkeit und Tod – all diese Aspekte ziehen sich durch die gesamte Kulturgeschichte der Rose.