Wer achtsam Wein trinkt, trinkt langsamer, intensiver, ehrlicher. Er schmeckt Herkunft, Zeit und Handwerk. Für Winzer Joe Tesch aber ist der Trend nicht neu.

Joe Tesch: “Nachhaltigkeit und eine gesunde Umwelt spielen für Genießer immer bedeutendere Rollen.” ©️Weingut Tesch

“Mindful” sei für ihn der einzige Weg, Wein wirklich zu genießen. Mindful Drinking ist mehr als ein Trend. Es ist eine Haltung. Eine bewusste Entscheidung, Genuss nicht über Menge, sondern über Aufmerksamkeit zu definieren.  Eigentlich heißt Tesch Josef, doch alle nennen ihn Joe. Und genau diese Unaufgeregtheit zieht sich wie ein roter Faden durch seine Weine – und durch sein Leben. Seit er denken kann, dreht sich in seiner Familie alles um Wein. Nicht um Etiketten, Preise oder gesellschaftliches Parkett, sondern um Geschmack, Boden und Gefühl. Authentisch – dieses Wort beschreibt Joe Tesch wohl am treffendsten. Als Mensch. Als Winzer. Und als jemand, der Wein nicht macht, um zu beeindrucken, sondern um zu berühren.

Wein ist kein Nebenbei-Produkt

Als Joe 2010 den Betrieb von seinen Eltern übernahm, war Wein längst zum Lifestyle-Produkt geworden. Glanz, Glamour, „Bling Bling“, Society und Kameraspots. Wein als Bühne. Doch Joe war schon immer anders. Statt lackierter Schuhe liebt er den Duft nasser Erde zwischen den Reben. Statt Abendveranstaltungen die ersten Sonnenstrahlen in seiner Riede. Statt schneller Aufmerksamkeit sucht er Tiefe – im Weingarten wie im Glas. Mindful Weintrinken bedeutet für ihn, den Moment ernst zu nehmen. Den Wein nicht nebenbei zu konsumieren, sondern ihm Raum zu geben. Zu riechen, zu schmecken, zu spüren. Woher kommt er? Was erzählt er? Welche Geschichte trägt er in sich? Seine Weine sind keine lauten Selbstdarsteller. Sie sind geprägt vom Mittelburgenland, vom Blaufränkischland, von schweren Lehmböden und über 2.000 Sonnenstunden im Jahr. Man schmeckt die Region, ihre Bodenständigkeit und ihre Kraft.

Mindful Weintrinken heißt auch, bewusst zu wählen

Neckenmarkt, eine der bekanntesten Rotweingemeinden Österreichs, blickt auf eine jahrtausendealte Weinbaugeschichte zurück – von den Kelten über die Römer bis ins Hochmittelalter. Diese Geschichte ist für Joe keine Folklore, sondern Verpflichtung. „Ursprüngliches bewahren, aber mit meinem Wissen, meiner Individualität und Leidenschaft bereichern. Und das in jedem Glas“, sagt er. Mindful Drinking heißt für ihn auch: Verantwortung übernehmen.

Im Weingut Tesch wird Achtsamkeit gelebt – nicht als Marketingbegriff, sondern als tägliche Praxis. Der Verzicht auf Herbizide und Insektizide, reduzierte Traktordurchfahrten, gezielte Bodenanalysen, intensives Begrünungsmanagement und behutsame Handlese sind Ausdruck eines tiefen Respekts vor der Natur. „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“ Dieser Gedanke prägt jede Entscheidung – im Weingarten ebenso wie im Keller, der mit eigener Photovoltaik-Anlage betrieben wird.

In Zeiten von Klimawandel und bedrohten Ökosystemen gewinnt achtsamer Genuss immer mehr an Bedeutung. Mindful Weintrinken heißt auch, bewusst zu wählen: Weine, die im Einklang mit der Natur entstehen. Weine, die nicht lauter sind als ihre Herkunft. Weine, die man nicht trinkt, um etwas darzustellen, sondern um etwas zu erleben. Für Joe Tesch war das nie ein Trend. Sondern eine Selbstverständlichkeit. Wein ist für ihn kein Accessoire, sondern ein Spiegel von Haltung, Landschaft und Zeit. Wer seine Weine achtsam trinkt, versteht schnell: Mindful Drinking beginnt nicht im Glas – sondern im Weingarten. 

bauernladen.at akzeptiert Online-Zahlungen per: Visa Mastercard Maestro Diners Club PayPal EPS Apple Pay