Simone Matouch, Biologin und Kräuterexpertin, stellt im Kärntner Lesachtal unter anderem Naturkosmetik her. “Heilsames für Körper, Geist und Seele”

Simone Matouch lässt sich gerne von der Natur inspirieren und auch belehren. ©Matouch

Die Wienerin kam 2004 im Auftrag der Bundesregierung als Wissenschaftlerin nach Kärnten, um Biotop- und Kulturlandschaftsflächen zu kartieren. Und sie blieb. Das Lesachtal, bekanntlich das naturbelassenste Tal Europas, ist heute auch die Heimat ihrer „Naturschatz Kräutermanufaktur“. Die „Zutaten“ für die Herstellung von Naturkosmetik, Körperpflegemitteln, Würz- und Duftstoffen wachsen unbelastet direkt vor Simones Haustüre und im Klostergarten von Maria Luggau. In ihren Gärten sind über 200 verschiedene Pflanzen zu finden, von heimisch bis exotisch. „Neben den 3 „Königinnen“ unserer heimischen Heilkräuter – Arnika, Ringelblume und Johanniskraut, gibt es zum Beispiel auch den „Mönchspfeffer“ oder das „Seifenkraut“. „Ich arbeite mit der Natur, Standardprodukte gibt es vor allem im Lebensmittelbereich nicht,“ erzählt die Biologin. Die Natur und die Jahreszeiten geben ihr den Produktionsplan vor. Und da kein Jahr dem anderen gleicht, variieren die Rezepturen. Sie lässt sich da gerne auch von den Jahreszeiten inspirieren.

Unter dem Motto “Was der Klostergarten alles erzählen kann….” führt Simone Matouch in Maria Luggau Interessierte durch den Klostergarten. ©Maria Luggau

Faszination Naturkosmetik

Bei der Herstellung von Kosmetik ist der Freiraum „Kreativität“ durch strenge rechtliche Vorgaben sehr eingeschränkt. Mit der Erkenntnis, dass man nie auslernt und es ständig etwas zu Entdecken gibt, entwickelt die Biologin immer neue Produkte. „Mein Wissen und meine Liebe zu den Kräutern fließen in die Cremen, Salben und Tinkturen meiner „Naturschatz Kräutermanufaktur“ ein. Schon der berühmte Arzt Paracelsus wusste, dass

„Alle Wiesen und Matten, Berge und Hügel, Hergott’s Apotheke sind“.

Mit seinen Augen sieht Simone die Natur, lernt und erfährt dabei viel Wissenswertes über Heilpflanzen, die Verwendung von Wildkräutern in der Küche und für die Schönheit von Haut und Haar. „Wenn ich die Sachen aus dem eigenem Garten, zum optimalen Zeitpunkt ernte, sofort verarbeite – das heißt auch trocknen und lagern – macht das einen großen Unterschied in der Qualität der Inhaltsstoffe aus. Besser geht’s gar nicht. Für die Herstellung von Kosmetik braucht sie zudem noch Fette, Alkohol (es werden ansonsten keine Konservierungsstoffe verwendet) sowie ätherische Öle, die sie in Bio-Qualität von einer österreichischen Firma bezieht. „Ich schaue, wo es nur geht, Rohstoffe aus biologischem Anbau zu verwenden. Allerdings bin ich nicht biozertifiziert, weil es schwierig ist den Garten, die Lebensmittel und die Kosmetik zu zertifizieren. Der finanzielle Aufwand dafür ist einfach zu hoch.“

Qualität und vor allem Ehrlichkeit sind Simone Matouch in der Herstellung sehr wichtig. Sie nennt ein Beispiel: Laut Hygieneverordnung müssen in einer Mandelcreme nur 3 % Mandeln im Produkt enthalten sein. „Ich verwende 100 % Mandeln.“ Mandelöl gilt als besonders pflegend bei trockener, empfindlicher und spröder Haut. Es wird i.d.R. von allen Hauttypen gut vertragen. Die Creme wirkt zellstärkend und besänftigend, adstringierend und entzündungshemmend. Ätherisches Geranienöl verleiht der Mandelölcreme einen blumigen Duft. Es wirkt reinigend und als mildes Tonikum und wird in der Regel von allen Hauttypen gut vertragen.

Die Menge an qualitativ hochwertigen Ölen ist in der „Naturschatz Kräutermanufaktur“ Kosmetik sehr hoch. Zudem wird nur in sehr kleinen Chargen produziert, damit jedes Produkt auch frisch geliefert werden kann und die Wirkstoffe ihre volle Kraft entfalten können.

Noch ein Tipp für die Zeit nach Corona: Simone gibt ihr Wissen gerne auch bei Kräuterführung oder im Rahmen eines Kräuter-Workshops weiter. In kleinen Gruppen sollte dies bereits ab Mitte Mai möglich sein. Ihr Kräutergarten beim Mühlenstüberl sowie der Klostergarten Maria Luggau sind öffentlich zugänglich, laden zum Schauen, Riechen und Fühlen ein.